Veröffentlicht: 06.01.11
Science

Medizintechnik inspiriert zu Spin-off-Gründungen

20 Spin-off-Firmen sind 2010 von ETH-Angehörigen gegründet worden. Seit 2005 gingen somit insgesamt 104 Neufirmen aus der ETH-Forschung hervor. Untern den letztjährigen Neugründungen sind vier Spin-offs aus dem wichtigen Bereich der Medizintechnik.

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In den letzten fünf Jahren fanden an der ETH Zürich besonders viele Firmengründungen statt. (Bild: ETH Zürich)
In den letzten fünf Jahren fanden an der ETH Zürich besonders viele Firmengründungen statt. (Bild: ETH Zürich) (Grossbild)

Die ETH Zürich blickt erneut auf ein erfolgreiches Spin-off-Jahr zurück. 20 Firmen wurden im Jahr 2010 gegründet. Am meisten Spin-offs (6) entstanden in den Tätigkeitsgebieten «Informatik und Kommunikationstechnologien», gefolgt von «Maschinenbau» (4), «Elektrotechnik» und «Biotechnologie/Pharma» (je 2). Je eine Neugründung gab es auf dem Gebiet «Chemische Prozesse», «Mikro- und Nanotechnologie» sowie «Sensoren/Analytik». Drei Jungfirmen sind in Beratung und Dienstleistung tätig.

Vom Augenimplantat bis zur Bluttest-Diagnose

«Wir sind besonders erfreut über die vier Spin-offs in der Medizintechnik, denn es zeigt, dass unsere strategischen Forschungsinvestitionen in diesem Bereich beginnen, sich auszuzahlen», sagt Professor Siegwart, ETH-Vizepräsident für Forschung und Wirtschaftsbeziehungen. «AEON Scientific» entwickelt kleinste Implantate im Mikrobereich, die als Transportvehikel zur Versorgung des Auges mit Medikamenten dienen sollen. «YouRehab» produziert einen 3D-Handschuh, der Patienten mit Hirnschädigungen bei der Bewegung von Arm, Hand und Finger unterstützt. Auf einem ganz ähnlichen Gebiet arbeitet die Firma «Habtronics», die ein Trainingsgerät entwickelt, das Patienten mit Hirnschädigungen hilft, die motorischen Funktionen zum Laufen wiederzuerlangen. «ProteoMediX» schliesslich entwickelt neue diagnostische Methoden für Bluttests, mit denen Prostatakrebs bereits in einem frühen Stadium erkannt werden kann.

Ausgehend von der demographische Entwicklung – im Jahr 2050 wird jeder dritte Bewohner der Schweiz älter als 60 Jahre sein – will die ETH Zürich ihre Forschungsanstrengungen im Bereich der Medizintechnik verstärken. Bereits heute forschen mehr als 40 Professoren an der Schnittstelle zwischen Biologie und Ingenieurwissenschaften.Die ETH Zürich plant zudem ab 2012 ein neues Departement «Gesundheitswissenschaften und Technologie» (D-HEST), in dem Naturwissenschaftler und Ingenieure in den Ernährungs- Bewegungs- und Neurowissenschaften, in der Medizintechnik und mit Spitälern zusammenarbeiten werden.

Vier ETH-Finalisten für europäischen Preis

Für ihre erfolgreichen Geschäftsideen und viel versprechenden Geschäftspläne erhielten zahlreiche ETH-Spin-offs im vergangenen Jahr namhafte Jungunternehmer-Auszeichnungen, darunter den Swiss Technology Award, den Schweizer Innovationspreis sowie Venture Kick und den DeVigier-Preis. Mit diesen Auszeichnungen verbunden gingen Preisgelder in einer Gesamthöhe von 760‘000 Franken an ETH-Spin-offs.

Am 3. Februar 2011 werden in Zürich die diesjährigen Academic Enterprise Awards (ACES) verliehen. Dabei handelt es sich um den einzigen gesamteuropäischen Preis für Hochschulforschende, die ihre eigene Firma gründen. Unter den 18 Finalisten befinden sich vier ETH-Spin-offs: «InSphero», «Dybuster», «Mirasense» und «Climeworks».

 
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