Veröffentlicht: 06.02.13
Campus

ETH Zürich baut Campus Hönggerberg aus

Bis 2015 entstehen fünf neue Gebäude am Standort Hönggerberg. Welche umfangreichen Arbeiten das Gesicht des Campus verändern werden, zeigte ETH-Vizepräsident Roman Boutellier an zwei Informationsveranstaltungen Mitarbeitenden und Anwohnern.

Thomas Langholz
Die Karte zeigt die neuen Gebäude auf dem Campus Hönggerberg, die bis 2015 entstehen. Die orangenen Punkte markieren den Aus- und Umbau der Gastronomiebetriebe. (Bild: ETH Zürich)
Die Karte zeigt die neuen Gebäude auf dem Campus Hönggerberg, die bis 2015 entstehen. Die orangenen Punkte markieren den Aus- und Umbau der Gastronomiebetriebe. (Bild: ETH Zürich) (Grossbild)

Die Bauabsperrungen stehen schon, erste Spatenstiche sind gemacht und bald ziehen die Bagger und Kräne auf dem Campus Hönggerberg der ETH Zürich ein. Allein bis 2015 entstehen fünf neue Gebäude und zahlreiche Bauten werden saniert. An zwei Veranstaltungen informierte Roman Boutellier, ETH-Vizepräsident für Personal und Ressourcen, jetzt Mitarbeitende, Studierende und Anwohner über die Baumassnahmen.

Arbeiten und Wohnen

Durch die steigenden Studierendenzahlen in den kommenden Jahren wächst die ETH kontinuierlich. Dadurch werden auch mehr Labor- und Büroarbeitsplätze benötigt und die Infrastruktur muss ausgebaut werden. In den Jahren 2013 bis 2015 wird vor allem der Campus Hönggerberg aus- und umgebaut. Ziel ist es, den Masterplan Science City umzusetzen. Dieser sieht vor, dass neben Gebäuden zum Arbeiten und Forschen auch Wohnungen und die notwendige Infrastruktur für die Verpflegung entstehen sollen. Gleichzeitig wird der ETH-Standort im Zentrum entlastet.

Die Versuchsanstalt für Wasserbau, Hydrologie und Glaziologie (VAW) wird noch in diesem Jahr von der Gloriastrasse in ein neues Gebäude (HIA) auf dem Hönggerberg ziehen. Gleichzeitig wird die HIF-Bauhalle, in der Architekten und Bauingenieure Versuche durchführen, verlängert. Ein besonderes Gebäude wird der Neubau HIB. In diesem Arch-Tech-Lab erforscht die ETH Bauprozesse, digitale Fertigung und Gebäudetechnik. Entworfen wurde das neue Gebäude vom Institut für Technologie in der Architektur (ITA) der ETH Zürich. Die Halle in Form einer gewellten Holzskulptur ist ein Null-Emissions-Bau, der auf 12 Stelzen steht. Eine Herausforderung ist die Statik, da das Gebäude auf einer Tiefgarage gebaut wird. Daher müssen während der Bauzeit einige hundert Parkplätze gesperrt werden.

Neue Arbeitsplätze und Studentenwohnungen

«Insbesondere benötigen wir auf dem Hönggerberg Studierendenarbeitsplätze und kleine Seminarräume», betont Roman Boutellier, ETH-Vizepräsident für Personal und Ressourcen. Hierfür sorgt insbesondere das Gebäude HCP, das vor die fünf Finger des HCI zu stehen kommt. Der treppenförmig angelegte Neubau führt die im HCI dringend benötigte Laborfläche, die derzeit als Büro genutzt wird, wieder ihrem ursprünglichen Zweck zu. Im HCP werden 250 Arbeitsplätze zur Verfügung stehen. Der Bezugstermin ist für Sommer 2014 anberaumt.

Erstmals entstehen auch 900 Wohnungen für Studentinnen und Studenten (siehe Bericht ETH Life). Die Zimmer sind rund 20 Quadratmeter gross und werden zirka 550 Franken Miete pro Monat kosten. Die beiden Gebäude HWO und HWW entstehen am südwestlichen Ende des Geländes und werden dem Campus eine neue Silhouette verleihen.

Mehr Verpflegungsmöglichkeiten

Mit den steigenden Studierenden- und Mitarbeitendenzahlen und den Studierenden-Wohnungen wächst auch der Bedarf an Verpflegung. Neben dem seit Anfang 2012 bestehenden Coop-Laden, setzt die ETH Zürich ein umfangreiches Gastronomiekonzept um. Damit werden bis 2015 bestehende Mensen umgebaut, erweitert und neue Betriebskonzepte, wie ein Food-Market, realisiert.

Zusammen mit den Neubauten wird ab Herbst 2013 ein neues Leitsystem für Strassen, Wege und Plätze eingeführt. Die Signaletik sieht vor, dass sich Studierende, Mitarbeitende sowie Besucher mit Hilfe eines Beschriftungssystems leicht auf dem Campus zurechtfinden. Aber auch neue Strassen wie ein Peter-Debeye- oder ein Leopold-Ruzicka-Weg werden entstehen und bieten neue Zufahrten zu den Gebäuden.

Innovatives Erdsondensystem

Die Heiz- und Kühlenergie bezieht der Standort Hönggerberg in Zukunft über ein Erdspeichersystem, wovon ein erster Teil seit vergangenem Jahr bereits in Betrieb genommen wurde. Mit Hilfe dieser Erdspeicher wird im Sommer Abwärme aus der Kühlung in 200 Meter Tiefe gespeichert. Im Winter wird die Abwärme zum Heizen wieder genutzt. Dank diesem innovativen Konzept sollen das Heizen und Kühlen der Gebäude auf dem Hönggerberg bis 2025 praktisch kein CO2 mehr verursachen. Bereits zwei Erdspeicherfelder wurden gebaut, das Dritte wird für die neuen Studierendenwohnungen HWO realisiert. Für das Erdspeichersystem wurde die ETH vom «Internationalen Netzwerk für einen nachhaltigen Campus» mit dem ISCN-Preis 2012 ausgezeichnet.

Neu geregelt wird auch die Stromzufuhr. Auf Grund einer gesetzlichen Vorlage muss bis 2018 die Strommittelspannung auf dem Hönggerberg von 11 auf 22 Kilovolt angehoben werden.

Durch die Umbauten wird es zu Beeinträchtigungen kommen. Insbesondere das Setzen der Grundpfähle verursacht Erschütterungen, die empfindliche Experimente beeinträchtigen können. Alle Betroffenen werden im Vorfeld konsultiert und die Labore direkt informiert.

 
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