Ein dezenter Treppenbau zur Entlastung
Am Montag, 7. Januar erfolgte auf dem Campus Hönggerberg der Spatenstich für das neue Gebäude HCP. Der auf höchste Effizienz getrimmte Bau wird das Gebäude HCI entlasten.
Die ETH wächst - moderat zwar, aber stetig. Bis 2020 dürften die Zahl der Studierenden und Dozierenden sowie die benötigten Mittel jährlich um zwei bis drei Prozent zulegen. Das heisst: Der Platz für Lehre und Forschung wird immer knapper, wie Roman Boutellier, ETH-Vizepräsident für Personal und Ressourcen, anlässlich des Spatenstichs für den Neubau HCP am 7. Januar auf dem Campus Hönggerberg erklärte. Während es am Standort Zentrum vor allem an Laborraum mangle, fehlen auf dem Hönggerberg die Büroflächen. «Die Schulleitung hat sich beim HCP deshalb für ein reines Büro- und Seminargebäude entschieden, das zudem Arbeitsplätze für Studierende bietet», sagt Roman Boutellier. «Wir sorgen damit für künftiges Wachstum vor und können zudem im HCI Laborraum, der heute als Bürofläche genutzt werden muss, wieder seiner eigentlichen Bestimmung zuführen.»
Effizient und unaufdringlich
Effizient und einfach soll das HCP werden, war doch ursprünglich lediglich ein Provisorium geplant. Obwohl nun doch ein langfristig angelegtes, hochwertiges Gebäude entsteht, wurde an diesem Leitgedanken festgehalten. Der vom Architekturbüro Züst, Gübeli, Gambetti entworfene Neubau, der von der HRS Totalunternehmung nun realisiert wird, ist flach und langgezogen. Seine treppenartige Struktur schmiegt sich an die Topographie an, sodass die prägnante Funktion des HCI als Eingangstor zum Campus nicht gestört wird. Fünf Ebenen, gegeneinander verschoben und gestapelt, machen das Gebäude aus. Den Zugang gewährleisten drei gedeckte Eingangsbereiche. Nur zwei sich abwechselnde Module, ein Fenster- und Wandelement, ergeben die Fassade.
Schnörkellos ist auch das Innenleben: Die Büros sind entlang den beiden Längsfassaden angeordnet. Der innen liegende Raum dient der Erschliessung und den Nebenräumen. Die simple Struktur bringt hohe Flexibilität: Die Raumaufteilung kann je nach Bedarf und mit wenig Aufwand verändert werden. Das ist auch deshalb wichtig, «weil wir angesichts der bevorstehenden Bauvorhaben wie dem Gastronomieausbau und den Studierendenwohnungen Rochadeflächen brauchen. Diese kann das HCP bieten», betonte Roman Boutellier.
Partnerschaftliche Finanzierung
Flexibilität war beim HCP auch bei der Finanzierung gefragt.
Erreicht wurde sie mit dem Einbezug von privaten Fördermitteln. Dazu wurde sogar
Neuland betreten: Die ETH Zürich Foundation hat 2012 eine Aktiengesellschaft gegründet,
die den Zweck hat, in die Infrastruktur der ETH Zürich zu investieren. Konkret finanziert
die «Immobilien ETHZF AG» als Bauherrin eine Bauetappe und damit rund die Hälfte
der Kosten von zirka 18 Millionen Franken. Der Rest wird vom Bund finanziert. Indem
Donationen und öffentliche Mittel gemeinsam investiert werden, kann die ETH
künftig zügiger als bisher auf neue Bedürfnisse reagieren. «Das ist eine neue
Dimension für die ETH Zürich Foundation - und für die ETH Zürich», betonte Donald
Tillman, Geschäftsführer der ETH Zürich Foundation und Vertreter der Immobilien
ETHZF AG beim Spatenstich. «Ich bin überzeugt, dass dieses partnerschaftliche
Finanzierungsmodell der ETH hilft, ihre Projekte noch besser und rascher zu
realisieren.» ETH-Vizepräsident Roman Boutellier bezeichnete die
Finanzierungsweise denn auch als «Modell der Zukunft».
Neubau mit besonders hohem Nutzwert
Der rund 200 Meter lange Neubau füllt die gesamte zur
Verfügung stehende Grundstücksfläche von 1'558 Quadratmetern aus. Die
Nettogeschossfläche des HCP wird mit 6'779 Quadratmetern derjenigen eines
HCI-Fingers entsprechen.
Das neue Gebäude bietet etwa 260 Personen in 155 Büroräumen
einen Arbeitsplatz. Zusätzlich stehen Sitzungszimmer und Nebenräume sowie vier
Seminarräume zur Verfügung. Für Studierende gibt es zwei Arbeitsräume mit
Aufwärmküche. Drei Dachterrassen bieten Mitarbeitenden und Studierenden
zusätzlich Raum und Aussicht.
Der Vergleich mit ähnlichen Gebäuden zeigt, dass das HCP gemessen
an seinem Platzangebot eine sehr kostengünstige Lösung ist. Die Planer legten
zudem Wert auf äusserst effizienten Unterhalt. So halten die gute Wärmedämmung
und der Anschluss an das dynamische Erdspeichersystem die Energiekosten tief;
einfache Grundrisse und einfach zu reinigende Bodenbeläge garantieren tiefe
Reinigungskosten, und der einfache Haustechnik-Standard beschränkt die
Wartungskosten.
- 09.01.13: Neues Gebäude: Fragliche Platzwahl
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