Veröffentlicht: 08.01.13
Campus

Ein dezenter Treppenbau zur Entlastung

Am Montag, 7. Januar erfolgte auf dem Campus Hönggerberg der Spatenstich für das neue Gebäude HCP. Der auf höchste Effizienz getrimmte Bau wird das Gebäude HCI entlasten.

Norbert Staub
Gemeinsamer Spatenstich: (v.l.) Daniel Handschin, Geschäftsleitungsmitglied HRS, Donald Tillman, Geschäftsführer der ETH Zürich Foundation und Vertreter der Bauherrin Immobilien ETHZF AG sowie Roman Boutellier, ETH-Vizepräsident für Personal und Ressourcen. (Bild: Tom Kawara)
Gemeinsamer Spatenstich: (v.l.) Daniel Handschin, Geschäftsleitungsmitglied HRS, Donald Tillman, Geschäftsführer der ETH Zürich Foundation und Vertreter der Bauherrin Immobilien ETHZF AG sowie Roman Boutellier, ETH-Vizepräsident für Personal und Ressourcen. (Bild: Tom Kawara) (Grossbild)

Die ETH wächst - moderat zwar, aber stetig. Bis 2020 dürften die Zahl der Studierenden und Dozierenden sowie die benötigten Mittel jährlich um zwei bis drei Prozent zulegen. Das heisst: Der Platz für Lehre und Forschung wird immer knapper, wie Roman Boutellier, ETH-Vizepräsident für Personal und Ressourcen, anlässlich des Spatenstichs für den Neubau HCP am 7. Januar auf dem Campus Hönggerberg erklärte. Während es am Standort Zentrum vor allem an Laborraum mangle, fehlen auf dem Hönggerberg die Büroflächen. «Die Schulleitung hat sich beim HCP deshalb für ein reines Büro- und Seminargebäude entschieden, das zudem Arbeitsplätze für Studierende bietet», sagt Roman Boutellier. «Wir sorgen damit für künftiges Wachstum vor und können zudem im HCI Laborraum, der heute als Bürofläche genutzt werden muss, wieder seiner eigentlichen Bestimmung zuführen.»

Effizient und unaufdringlich

Effizient und einfach soll das HCP werden, war doch ursprünglich lediglich ein Provisorium geplant. Obwohl nun doch ein langfristig angelegtes, hochwertiges Gebäude entsteht, wurde an diesem Leitgedanken festgehalten. Der vom Architekturbüro Züst, Gübeli, Gambetti entworfene Neubau, der von der HRS Totalunternehmung nun realisiert wird, ist flach und langgezogen. Seine treppenartige Struktur schmiegt sich an die Topographie an, sodass die prägnante Funktion des HCI als Eingangstor zum Campus nicht gestört wird. Fünf Ebenen, gegeneinander verschoben und gestapelt, machen das Gebäude aus. Den Zugang gewährleisten drei gedeckte Eingangsbereiche. Nur zwei sich abwechselnde Module, ein Fenster- und Wandelement, ergeben die Fassade.

Schnörkellos ist auch das Innenleben: Die Büros sind entlang den beiden Längsfassaden angeordnet. Der innen liegende Raum dient der Erschliessung und den Nebenräumen. Die simple Struktur bringt hohe Flexibilität: Die Raumaufteilung kann je nach Bedarf und mit wenig Aufwand verändert werden. Das ist auch deshalb wichtig, «weil wir angesichts der bevorstehenden Bauvorhaben wie dem Gastronomieausbau und den Studierendenwohnungen Rochadeflächen brauchen. Diese kann das HCP bieten», betonte Roman Boutellier.

Partnerschaftliche Finanzierung

Flexibilität war beim HCP auch bei der Finanzierung gefragt. Erreicht wurde sie mit dem Einbezug von privaten Fördermitteln. Dazu wurde sogar Neuland betreten: Die ETH Zürich Foundation hat 2012 eine Aktiengesellschaft gegründet, die den Zweck hat, in die Infrastruktur der ETH Zürich zu investieren. Konkret finanziert die «Immobilien ETHZF AG» als Bauherrin eine Bauetappe und damit rund die Hälfte der Kosten von zirka 18 Millionen Franken. Der Rest wird vom Bund finanziert. Indem Donationen und öffentliche Mittel gemeinsam investiert werden, kann die ETH künftig zügiger als bisher auf neue Bedürfnisse reagieren. «Das ist eine neue Dimension für die ETH Zürich Foundation - und für die ETH Zürich», betonte Donald Tillman, Geschäftsführer der ETH Zürich Foundation und Vertreter der Immobilien ETHZF AG beim Spatenstich. «Ich bin überzeugt, dass dieses partnerschaftliche Finanzierungsmodell der ETH hilft, ihre Projekte noch besser und rascher zu realisieren.» ETH-Vizepräsident Roman Boutellier bezeichnete die Finanzierungsweise denn auch als «Modell der Zukunft».

Neubau mit besonders hohem Nutzwert

Der rund 200 Meter lange Neubau füllt die gesamte zur Verfügung stehende Grundstücksfläche von 1'558 Quadratmetern aus. Die Nettogeschossfläche des HCP wird mit 6'779 Quadratmetern derjenigen eines HCI-Fingers entsprechen.

Das neue Gebäude bietet etwa 260 Personen in 155 Büroräumen einen Arbeitsplatz. Zusätzlich stehen Sitzungszimmer und Nebenräume sowie vier Seminarräume zur Verfügung. Für Studierende gibt es zwei Arbeitsräume mit Aufwärmküche. Drei Dachterrassen bieten Mitarbeitenden und Studierenden zusätzlich Raum und Aussicht.

Der Vergleich mit ähnlichen Gebäuden zeigt, dass das HCP gemessen an seinem Platzangebot eine sehr kostengünstige Lösung ist. Die Planer legten zudem Wert auf äusserst effizienten Unterhalt. So halten die gute Wärmedämmung und der Anschluss an das dynamische Erdspeichersystem die Energiekosten tief; einfache Grundrisse und einfach zu reinigende Bodenbeläge garantieren tiefe Reinigungskosten, und der einfache Haustechnik-Standard beschränkt die Wartungskosten.

 
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