Veröffentlicht: 07.12.12
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Ruzicka-Preis geht an Hans Jakob Wörner

Hans Jakob Wörner vom Laboratorium für Physikalische Chemie der ETH Zürich wurde am Donnerstag mit dem Ruzicka-Preis ausgezeichnet. Er erhielt den mit 10‘000 Schweizer Franken dotierten Nachwuchspreis für die Entwicklung neuer Methoden, mit denen die Bewegung von Elektronen gemessen werden kann.

Claudia Naegeli
Die Festredner und der strahlende Preisträger: Die Professoren Detlef Günther, Roland Siegwart, Hans Jakob Wörner und Roland Riek (von links). (Bild: Barbara Brauckmann / ETH Zürich)
Die Festredner und der strahlende Preisträger: Die Professoren Detlef Günther, Roland Siegwart, Hans Jakob Wörner und Roland Riek (von links). (Bild: Barbara Brauckmann / ETH Zürich) (Grossbild)

Egal, ob eine Pflanze Sonnenlicht absorbiert oder eine Brennstoffzelle Energie speichert – chemische Reaktionen werden davon beeinflusst, wie sich einzelne Elektronen in den Molekülen bewegen. Wissenschaftler aus allen Teilbereichen der Chemie sind deshalb daran interessiert, diese grundlegenden Prozesse besser zu verstehen. Sie erhoffen sich davon, chemische Reaktionen in Zukunft präziser voraussagen oder Moleküle für einen bestimmten Zweck optimieren zu können. Bis vor wenigen Jahren schien es jedoch unmöglich, die Elektronenbewegungen zu beobachten, weil sie in einer unvorstellbar kurzen Zeitspanne im Bereich von Attosekunden (1 as = 10-18 s) stattfinden.

Ein Durchbruch auf dem Gebiet der Photochemie erzielte Hans Jakob Wörner vom Laboratorium für Physikalische Chemie der ETH Zürich bereits 2011. Mit Methoden der Attosekundenspektroskopie, einer neuartigen Lasertechnologie, gelang es ihm, die Bewegung von Elektronen während einer chemischen Reaktion zu verfolgen. Kurze Zeit später entwickelte der 31-jährige Chemieprofessor die Methode so weiter, dass er die Moleküle vor der Messung im Raum fixieren und so noch detailliertere Aufnahmen liefern konnte. 

Junger Forscher in jungem Forschungsgebiet

Für seine Forschung erhielt Hans Jakob Wörner gestern den mit 10‘000 Schweizer Franken dotierten Ruzicka-Preis. «Damit würdigen wir einen jungen Forscher, der in einem ebenso jungen Forschungsgebiet innerhalb der Physikalischen Chemie arbeitet. Es ist aussergewöhnlich, wie Hans Jakob Wörner in nur wenigen Jahren beachtliche Ergebnisse lieferte», begründet Prof. Massimo Morbidelli, Vorsteher des Departements für Chemie und Angewandte Biowissenschaften der ETH Zürich, den Juryentscheid und fügt an: «Dank jungen Wissenschaftlern von solchem Format sieht die Zukunft meines Departments wahrhaft rosig aus.»

Weitere Informationen über den Preisträger und seine Forschungsarbeit finden Sie in der Medienmitteilung.

Ruzicka-Preis

Der Preis, der nach dem Nobelpreisträger Leopold Ruzicka benannt ist, wird seit 1957 an junge Forschende vergeben, die eine herausragende Arbeit auf dem Gebiet der Chemie veröffentlicht haben. Der Ruzicka-Preis wird durch Gelder aus der schweizerischen chemischen Industrie ermöglicht und ist neben dem Werner-Preis der bedeutendste Schweizer Preis für Nachwuchsförderung in der Chemie. Das jeweilige Kuratorium hat seit der ersten Vergabe im Jahre 1957 etliche Talente entdeckt: Namen wie Richard Ernst (Magnetische Resonanz, Nobelpreis 1991) und Charles Weissmann (Prionenforschung) stehen auf der Liste der Preisträger.

 
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