Veröffentlicht: 31.10.12
Campus

Bundesrat Berset «en visite»

Bundesrat Alain Berset hat auf Einladung von Ralph Eichler die ETH Zürich besucht. Einer kurzen Tour d'Horizon folgte ein gemeinsames Arbeitsmittagessen, bevor der Gast Zürich wieder Richtung Bundesbern verliess.

Roman Klingler
Die Einladung an die ETH dankend angenommen: Bundesrat Alain Berset (links) mit ETH-Präsident Ralph Eichler. (Bild: Giulia Marthaler / ETH Zürich)
Die Einladung an die ETH dankend angenommen: Bundesrat Alain Berset (links) mit ETH-Präsident Ralph Eichler. (Bild: Giulia Marthaler / ETH Zürich) (Grossbild)

Er war im Frühjahr bei der offiziellen Einweihung des Singapurer Forschungsstandorts der ETH dabei, er liess es sich nicht nehmen, das neue Gebäude des zur ETH gehörenden nationalen Hochleistungsrechenzentrum CSCS in Lugano einzuweihen und nun kam er auch noch nach Zürich: Alain Berset, Innenminister und als solcher auch Bildungs- und Forschungsminister, stattete gestern der ETH Zürich einen Besuch ab. Im Gespräch mit ETH-Präsident Ralph Eichler und mit weiteren Schulleitungsmitgliedern liess sich Bundesrat Berset über die wissenschaftliche Spannbreite der ETH informieren.

Er realisiere vor allem in seinen Auslandkontakten, welch hervorragender Ruf den beiden ETH vorauseile, sagte Alain Berset im Gespräch mit den Zürcher Gastgebern. Ralph Eichler seinerseits bestätigte diesen Eindruck mit den neusten internationalen Rankings, welche die ETH Zürich auf Platz 4 in Europa und auf Platz 12 weltweit ausweisen. Und, so fügte Eichler hinzu, gemäss diesen Rankings stammten die beiden besten Unis in Kontinentaleuropa aus der Schweiz: die ETH Zürich auf Platz eins, und die EPFL inzwischen auf Platz zwei.

Mixtur des Erfolgs bewahren

An der Erfolgsgeschichte der beiden Hochschulen habe die Politik einen wichtigen Anteil, betone Eichler. Es sei entscheidend, dass diese der ETH das Vertrauen ausspreche und ihr einen hohen Grad an Autonomie und akademischer Freiheit zugestehe. Zur Mixtur des Erfolgs, so ergänzte Forschungschef Roland Siegwart, gehöre auch, weiterhin die besten Studierenden und die besten Professorinnen und Professoren zu gewinnen und eine intensive Zusammenarbeit mit der Industrie zu pflegen.

Aber auch die Bedeutung der Grundlagenforschung könne nicht genügend betont werden, war man sich einig. Die Bemerkung des Bildungsministers, dass die ETH weiterhin Grundlagenforschung müsse betreiben können mit den inhärenten Risiken, im Voraus nicht zu wissen, was wann in die Anwendung kommt, hat die ETH-Leitung mit Genugtuung zur Kenntnis genommen. Ebenso wie Alain Bersets Votum, der Bundesrat sei sich bewusst, wie wichtig eine stabile und nachhaltige Finanzierung für die Planungssicherheit der Hochschulen sei.

Das Interesse wird bleiben

Einen Einblick in Grundlagenforschung an der ETH gab Klaas Prüssmann, Professor für Bildgebende Verfahren am Institut für Biomedizin. Die biomedizinische Forschung versuche den Organismus und technische Systeme zu verbinden. Wichtige Fortschritte seien in den letzten Jahren erzielt worden, z.B. indem es gelungen sei, die räumliche und zeitliche Auflösung von bildgebenden Verfahren zu verfeinern und so die Diagnose von Medizinern zu verbessern. Der Bereich der Biomedizin sei aber auch ein gutes Beispiel, wie wichtig und fruchtbar die Zusammenarbeit zwischen universitärer Grundlagenforschung und industrieller Anwendung sein könne.

Alain Berset ist noch bis Ende Jahr zuständig für den Hochschulbereich, danach wird das Bildungs- und Forschungsdossier neu in den Zuständigkeitsbereich von Bundesrat Johann Schneider-Ammann übergehen. Der Magistrat versicherte der ETH-Leitung, dass sein Interesse an den ETH aber auch nach der Neuzuteilung der Zuständigkeiten fortbestehen werde.

 
Leserkommentare:
Wir sind an Ihrer Meinung interessiert. Bitte schreiben Sie uns: