Veröffentlicht: 30.11.11
Intern

ASVZ platzt fast aus allen Nähten

Eine neue Studie des Verbands Hochschulsport Schweiz zeigt's: Der ASVZ ist nicht nur der grösste Hochschulsportverband der Schweiz, seine Mitglieder, insbesondere die ETH-Studierenden, sind auch die fleissigsten Teilnehmer. ASVZ-Direktor Kaspar Egger über hohe Besucherzahlen, kompetente Trainingsleiter und überfüllte Garderoben.

Interview: Peter Rüegg
Hat gut lachen: ASVZ-Direktor Kaspar Egger ist über die Resultate einer schweizweit angelegten Studie zum Hochschulsport erfreut. (Bild: ASVZ)
Hat gut lachen: ASVZ-Direktor Kaspar Egger ist über die Resultate einer schweizweit angelegten Studie zum Hochschulsport erfreut. (Bild: ASVZ) (Galerie)

Die neue Studie über Hochschulsport in der Schweiz zeigt es: Die ETH-Studierenden nutzen das Hochschulsportangebot am meisten und liegen damit auch vor ihren Kommilitonen der Uni Zürich. Ist der ASVZ an der ETH besser verankert?
Das kann man nicht sagen. Der ASVZ ist an beiden Hochschulen gleich gut verankert. Beim ASVZ nehmen mehr Frauen teil als Männer. 73 Prozent der Zürcher Studentinnen machen hier Sport, bei den Männern sind es 61 Prozent. Die meisten Frauen, die hier Sport treiben, stammen von der Uni. 54 Prozent der Besuchenden treiben über den ASVZ individuellen Sport, also Cardio, Kraftraum oder Jogging, obschon der geleitete Gruppensport einer der grossen Erfolge des ASVZ ist. Über ein Drittel der Besucher gehen ins «Kondi», elf Prozent ins Yoga. Wir haben zudem sehr viel in Gruppenfitness wie Body Combat oder Indoor Cycling investiert. Solche Kurse werden vor allem von Frauen belegt, was – neben dem Tanz und Wellness - den hohen Frauenanteil beim ASVZ erklärt.

Im gesamtschweizerischen Vergleich hat der ASVZ den höchsten Bekanntheitsgrad. 98 Prozent der Befragten kennen ihn. Das ist ja traumhaft.
Ja, grundsätzlich ist das sehr gut: Fast alle kennen den ASVZ und 93 Prozent unserer Studierenden geben an, Sport zu betreiben. Selbstverständlich gibt es andere Formen des Glücks als beim ASVZ mitzumachen. Aber wenn nur sieben Prozent der Studierenden sagen, sie würden gar keinen Sport treiben, dann ist das schon mal gut. 76 Prozent unserer Studierenden geben an, mindestens einmal beim ASVZ mitgemacht zu haben. Der schweizerische Durchschnitt liegt bei 65 Prozent. Weiter haben 68 Prozent unserer Berechtigten im vergangenen Jahr beim ASVZ mitgemacht. Auch dieser Wert liegt weit über dem schweizerischen Durchschnitt von 54 Prozent. Und 37 Prozent treiben bei uns während mindestens 2,6 Stunden pro Woche Sport. Der Durchschnitt in der Schweiz liegt bei 29 Prozent.

Dann sind schon die Zürcher Studierenden sehr aktive Sportlerinnen und Sportler.
Sie sind sehr aktiv und kommen häufig zum ASVZ. Allein der Anteil derjenigen, die schon einmal beim ASVZ Sport gemacht haben, ist in den vergangenen zehn Jahren um 13 Prozent gestiegen. Wir haben eine massive Steigerung der Teilnahme in allen Bereichen zu verzeichnen. 1992 hatten wir 360'000 Besucher und Besucherinnen pro Jahr, jetzt sind wir bei 1,2 Mio.

Die Studierendenzahlen haben aber auch stark zugenommen. Ist das Wachstum beim ASVZ überproportional stark?
Unser Wachstum hat tatsächlich auch mit der Zunahme der Studierendenzahl zu tun, ist aber effektiv überproportional. Auch das Budget hat massiv zugenommen und hat sich in dieser Zeit verdreifacht.

Dafür beurteilen die ASVZ-Nutzerinnen und -Nutzer die Belegungsdichte und die Frequentierung der Anlagen als negativ.
Das ist leider so. Wir haben allerdings unsere Anlagen optimiert, rationeller bewirtschaftet und massiv ausgebaut. Wir reagieren auf diese Situation, aber bei einem freiwilligen Betrieb wie beim ASVZ gibt es immer noch überfüllte Lektionen. Wir legen Wert darauf, den Sportbetrieb so wenig wie möglich zu begrenzen.

Aber mit weiter steigenden Studierendenzahlen an ETH und Uni wird der ASVZ an Grenzen stossen. Wie fängt der Verband diese Entwicklung auf?
Wir haben in den Hochschul-Sportanlagen Hönggerberg und Fluntern freie Kapazitäten. Die Hälfte aller ASVZ-Berechtigten geht nie dorthin, obwohl man innerhalb von 10 bis 20 Minuten in einer der beiden Sportanlagen ist. Ich verstehe es zwar, wenn sich Leute über enge Verhältnisse in den Garderoben und überfüllte Lektionen aufregen. Wer das aber nicht mehr erträgt, muss sich neu orientieren. Unser Zielpublikum ist immer 20 bis 28 Jahre alt. Dieses möchte zweifellos etwas mehr Aufregung und Dynamik.

Wie viele ASVZ-Berechtigte gibt es derzeit?
65'000, davon 25'000 Studierende der Uni, 16'000 der ETH Zürich und 11'000 von der ZHAW. Dazu kommen noch 10'000 berechtigte Angestellte und 3000 Alumni. Letztere sind übrigens die fleissigsten Teilnehmer, da sie für ihren Ausweis voll zahlen.

Das sind stolze Zahlen, sind Sie damit zufrieden?
Nur Zahlen zu beigen, bringt es nicht. Auch die Qualität des Angebots muss stimmen. Was mich sehr freut an der Studie und was sehr wichtig ist: Die Kompetenz der ASVZ-Trainingsleiter wird als sehr hoch beurteilt.

Was sich wiederum auf das Aufkommen auswirkt ...
Man hat beim ASVZ immer Möglichkeiten, auf andere Angebote auszuweichen. Vielen würde es gut tun, sich zu überlegen, ob sie auch einmal eine andere Trainingszeit oder eine andere Sportart ausprobieren sollten. Klar ist es schön, wenn es uns gelingt, gewisse Dinge zum Kult zu machen. Aber von Anlagen, Material und von Trainingsleitern her sind wir limitiert.

Wollen Sie die sieben Prozent der unsportlichen Studierenden auch in ASVZ-Trainings sehen?
Nein, nicht unbedingt, sie gehören nicht zu unserer Zielgruppe. Man kann auch auf andere Arten glücklich werden als durch Sport. Wichtig ist mir, dass sie sich bewusst werden, dass Sport und körperliche Aktivität wichtig sind für ihre Gesundheit. Wir helfen mit, dass dieses Bewusstsein entsteht. Für uns ist wichtig, dass Studierende während des Studiums aus verschiedenen Gründen – Gesundheit, Soziales – Freude am Sport gewinnen. Noch wichtiger ist, dass der Sportgedanke bei ihnen eingeimpft ist, wenn sie die Uni oder die ETH verlassen. Die sieben Prozent begründen ihre Unsportlichkeit mit Zeitnot. Wenn sie jemand mitnehmen würde, die Eintrittsschwelle niedriger wäre, dann würden viele von ihnen auch hingehen. Daran arbeitet der ASVZ im Sinn von «Bring a friend». Wie man das angehen soll, diskutieren wir derzeit intern intensiv.

 
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