«swissnexDay»: Stadt und Energie

Diese Frage hat schon Soria y Mata, Miljutin und sogar Le Corbusier beschäftigt. Eine Stadt ist energetisch nachhaltig, wenn die Entwicklung von Verkehrssystem, Siedlungs- und Infrastruktur aufeinander abgestimmt sind. Wir kultivieren noch Siedlungsstrukturen aus der Zeit des Pferdetransports.
An der EPFL werden zum Städtebau Energiebilanzen verlangt. Hochhäuser, unterirdische Bauten und monozentrische Städte sind Energiefresser. Alt-Kyoto hat 2 Millionen Einwohnern auf 9 x 9 Kilometer, also 25‘000 Einwohnern pro km2 (Matthäusquartier Basel: 26'000 EW/km2), mit zentraler U-Bahn und peripherem Bus. In der Fussgängerstadt mit hoher Lebensqualität hat man 7 Minuten bis zum öffentlichen Verkehrsmittel, ihre energetische Effizienz ist dem Beispiel Siena weit überlegen. Wir müssen unsere kollektive Erinnerung auf die globalisierte Erfahrung des Phänomens Stadt zurückführen. Mohenjodaro im Industal hat vor 6000 Jahren als „dynamisches System, in dem Menschen interagieren und Ressourcen wie Energie, Wasser, Raum, Kapital, Material oder Information ständig im Fluss sind“ bestens funktioniert. Diese Vereinfachung können wir uns heute nicht mehr leisten. Stadtregionen mit 20 Millionen Einwohnern sind kein Ort des Glücks für die hedonistische Gesellschaft. Kairo, Mumbai, Mexico City sind neue Dimensionen, die mit dem Modell des mittelalterlichen Stadtstaates nicht zu bewältigen sind.

Dr.sc.techn. ETH Norbert C. Novotny - 20.11.11

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