Bundesrat zeichnet ETH Spin-offs aus
Bundesrat Schneider-Ammann hat die ersten drei Innovationsvouchers im Bereich Life Sciences vergeben. Das ETH Spin-off «Philochem» und das Start-up der ETh Zürich und der EMPA «compliant concept» erhalten über 330‘000 Franken für ihre Forschungs- und Entwicklungsarbeit.
Als Reaktion auf den starken Franken hatte der Bundesrat bereits im Februar beschlossen, die Mittel für die KTI in den Jahren 2011 und 2012 aufzustocken. Mit den zusätzlichen Geldern hat die KTI das Pilotprojekt «Innovationsvoucher» realisiert. Die ersten drei Innovationsvoucher wurden jetzt vergeben. Anlässlich des Medtech Events in Bern zeichnete Bundesrat Johann Schneider-Ammann, Vorsteher des Eidgenössischen Volkswirtschaftsdepartements EVD, besonders vielversprechende Forschungsprojekte im Bereich Life Sciences aus.
Innovative Forschung
Zwei der drei ausgezeichneten Unternehmen sind ein Spin-off der ETH Zürich sowie ein Start-Up der ETH Zürich und der EMPA. Die Firma Philochem entwickelt innovative Methoden, um Antikörper-basierte Medikamente für die Krebstherapie herzustellen. Übers Blutsystem verabreicht können diese Tumoren aufspüren und selektiv bekämpfen. Mit deren Hilfe können neue Krebsmedikamente hergestellt werden, die zum Beispiel leicht über das Blutsystem verabreicht werden können.
Um das Wundliegen von Patienten zu verhindern, entwickelte «compliant concept», ein Spin-off der Empa und der ETH, ein spezielles Bett. Dieses lagert Patienten automatisch um, ohne dass das Pflegepersonal eingreifen muss. Das Besondere an diesem Bett ist der gelenklose bewegliche Lattenrost, der die Bewegungen einer gesunden Person im Bett nachahmt. (siehe ETH Life). Der dritte Voucher ging an die Firma Lonza.
KTI fördert Innovationen
Die drei Firmen erhielten von Bundesrat Johann Schneider-Ammann einen KTI Voucher in Höhe von über 330‘000 Franken. Dieser kann für Forschung und Entwicklungsprojekte eingesetzt werden. Damit unterstützt die KTI die Innovationskraft junger Firmen und verkürzt die Zeit zwischen angewandter Forschung und Marktreife. Im Gegensatz zu Forschungs- und Entwicklungsgesuchen an die KTI entscheiden die ausgezeichneten Firmen jetzt selbst, mit welchem Hochschulpartner sie ihre Projekte durchführen wollen. Damit kann das Unternehmen den zeitlichen Fahrplan und die Meilensteine des Projekts selbst bestimmen. Aufgrund der guten Erfahrungen können sich in diesem Jahr noch weitere Firmen um die Voucher bewerben.
«Wir freuen uns sehr, dass Philochem diese Anerkennung erfahren hat. Damit haben wir jetzt die Möglichkeit, mit der ETH im Bereich der Immunzytokine in der Krebsforschung zusammenzuarbeiten. Die Forschungsgruppen der ETH verfügen über die beste Infrastruktur und geeignete Modelle, um unsere Produkte zu testen. Wir werden nun das Projekt im Detail ausarbeiten», sagt Kathrin Schwager, Verantwortliche für die vorklinische Forschung bei Philochem.
Michael Sauter, CEO von compliant concept, sucht sich jetzt Projektpartner im Hochschulbereich, mit denen er die Forschungsarbeit vorantreiben kann. Die Elektronik des Bettes soll mit der ETH Zürich und die Datenübertragung mit einer Fachhochschule weiterentwickelt werden. «Der Vorteil am Voucher ist, dass das Unternehmen sich jetzt die Hochschulpartner sucht und nicht, wie sonst bei KTI-Projekten üblich, die Hochschule einen Antrag einreicht und diesen mit einem Start-up umsetzen möchte.»
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