Talente im Rampenlicht
Das «Excellence Scholarship and Opportunity Programme» fördert mit Hilfe von Donatoren talentierte Masterstudierende. Das dritte Treffen zwischen Donatoren und den geförderten Studierenden zeigte, dass die Begeisterung auf beiden Seiten ungebrochen ist. Die Talentförderung ist auf dem besten Weg zur Tradition zu werden.
«Meet the Talent» - dieser Einladung der ETH Zürich und
der ETH Zürich Foundation folgten Donatorinnen und Donatoren und solche, die es
vielleicht werden wollen, gerne. Bereits vor Beginn des offiziellen Teils der
Veranstaltung mischten sich Förderer und geförderte Jungtalente im zwanglosen Gespräch.
Inzwischen kann das «Excellence Scholarship and Opportunity Programme» mit
einer beeindruckenden Schar von Talenten aufwarten.
Talente als Kapital
Seit Beginn des Förderungsprogramms sind bereits 84 Studierende aus 26 Nationen mit einem «Excellence Scholarship Stipendium» unterstützt worden. Und für die technische Hochschule besonders erfreulich: knapp die Hälfte der geförderten Talente sind Frauen. Im Herbst 2011 können 32 weitere Excellence Scholarships vergeben werden, kündigte ETH-Rektorin Heidi Wunderli-Allenspach an.
Die Stipendien sind nicht nur eine finanzielle Unterstützung, sondern auch eine Auszeichnung der talentiertesten Studierenden. Das Interesse daran ist entsprechend gross. Für die Stipendien 2011 haben sich mehr als 500 Studierende aus aller Welt beworben. «Natürlich ist der Auswahlprozess sehr aufwändig, aber er lohnt sich. Ausgezeichnete Studierende sind unser wichtigstes Kapital» betonte Wunderli-Allenspach. Die Erfahrungen, die man mit den bisher geförderten Masterstudierenden gemacht habe, bestätigten dies. Die Abschlussnoten der Excellence Scholars liegen mit einem Notenschnitt von 5,54 in einem sehr guten Bereich. Acht der bisher Geförderten blieben der ETH Zürich als Doktorierende treu.
Mit Licht viel bewegen
Dies kann sich auch Simona Constantinescu aus Bukarest vorstellen. Sie absolviert seit knapp zwei Jahren mit einem Excellence Scholarship ihr Masterstudium an der ETH Zürich im Bereich Computational Biology. In diesem für sie völlig neuen Bereich hat die junge Mathematikerin zusammen mit weiteren Studienkollegen bereits beachtliche Erfolge errungen. Im Projekt «E.Lemming» gelang es dem jungen Team, Bakterienbewegungen gezielt mit Licht zu lenken und so winzige Bioroboter zu schaffen. Das Projekt wurde am MIT-Wettbewerb «iGEM» (International Genetically Engineered Machine competition) mit einem ersten Preis ausgezeichnet. «Eine Auszeichnung ist wunderbar, aber noch viel schöner ist es, etwas wirklich Neues zu schaffen!» erklärt die junge Forscherin.
Michael Krüsi, der als ehemaliger Stipendiat ebenfalls sein Projekt an der Veranstaltung präsentieren durfte, teilt diese Begeisterung, Neues zu schaffen. Sein Masterstudium hat er 2010 an der ETH abgeschlossen und arbeitet jetzt an seinem Doktorat an der Professur für erneuerbare Energien unter Aldo Steinfeld. Hier stehen solare Treibstoffe im Mittelpunkt. Derzeit arbeitet Krüsi an einem Verfahren um aus Mikroalgen mit Hilfe von Sonnenenergie Synthesegas herzustellen – so könnte ein Biotreibstoff der besonders umweltschonenden Art entstehen.
Engagement bestätigt
«Forschung ist grossartig, ganz besonders, wenn etwas Konkretes dabei herauskommt. Deshalb unterstütze ich das «Excellence Scholarship and Opportunity Programme» als Privatperson», erklärt Hans-Jürg Reinhart. Er ist Remediation Manager bei BASF Schweiz und Präsident VECS, der Alumnivereinigung ehemaliger Chemiestudierender an der ETH Zürich. Sein erster direkter Augenschein bei «Meet the Talent» hat ihn in seinem Engagement bestätigt: So sei gerade die Forschung an neuen Treibstoffen hochaktuell. Als Chemiker aber hätten ihn die molekularbiologischen Aspekte des Projekts «E.Lemming» aus der synthetischen Biologie besonders fasziniert.
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