Veröffentlicht: 28.03.11
Campus

Von Robotern und Disney fasziniert

Robert-Jan Smits, Generaldirektor Forschung bei der Europäischen Kommission, besuchte am vergangenen Freitag die ETH Zürich. Im Mittelpunkt standen Gespräche über die Zukunft der EU-Forschungsprogramme. Fliegende Roboter und animierte 3D-Gesichter lernte der Gast beim Laborrundgang kennen.

Thomas Langholz
Robert-Jan Smits, Generaldirektor Forschung und (r.) und Roland Siegwart, Vizepräsident Forschung und Wirtschaftsbeziehungen, sind von einem 3-D-Print eines Gesichts am Disney Research Lab fasziniert. (Bild: P. Rüegg / ETH Zürich)
Robert-Jan Smits, Generaldirektor Forschung und (r.) und Roland Siegwart, Vizepräsident Forschung und Wirtschaftsbeziehungen, sind von einem 3-D-Print eines Gesichts am Disney Research Lab fasziniert. (Bild: P. Rüegg / ETH Zürich) (Galerie)

Diese Gelegenheit liess sich Bob Sumner, stellvertretender Direktor des Disney Research Lab, nicht entgehen: «Wir haben uns für einige EU-Projektgelder beworben. Wie erfolgt hier die Auswahl?» fragte er Robert-Jan Smits bei dessen Rundgang durch das Disney Labor. «Da nützt es leider nichts, mich zu kennen, da alle unsere Projekte von Experten begutachtet werden», antwortete Smits lächelnd. Er ermunterte Bob Sumner jedoch, sich bei weiteren EU-Projekten zu bewerben.

EU-Forschungsprogramme

Robert-Jan Smits besuchte die ETH zum ersten Mal. Er folgte damit einer Einladung von ETH-Präsident Ralph Eichler und Roland Siegwart, Vizepräsident Forschung und Wirtschaftsbeziehungen. Sie hatten die EU-Kommission im vergangenen Oktober in Brüssel besucht (siehe Bericht ETH Life vom 27.10.10).

Im Mittelpunkt der Gespräche an der ETH stand die zukünftige Entwicklung der EU-Forschungsprogramme. Neben Mitgliedern der Schulleitung nahmen hochrangige Vertreter der Schweizer Wirtschaft sowie Mauro Dell‘Ambrogio, Staatssekretär für Bildung und Forschung, an diesem Treffen teil.

Robert-Jan Smits zeigte sich von der Schweizer Forschungsförderung beeindruckt: «Forschungssystem und Innovationsförderung, wie sie hier betrieben werden, gefallen mir sehr. Insbesondere der Transfer von innovativen Ideen begeistert mich. Hier geht es nicht nur darum, neue Ideen zu haben, sondern wie gut die Forschungsresultate in den Markt transferiert werden.»

Im Gespräch mit Studierenden

Nach den offiziellen Beratungen besuchte Smits einige Robotikforschungslabors sowie das Disney Research Lab. Doktorierende präsentierten dem Gast zwei Projekte, die unter anderem mit EU-Geldern gefördert werden. Beim Projekt «sFly» werden autonome Flugroboter entwickelt, die bei Rettungsaktionen ein Gebiet autonom überwachen können. Die Herausforderung liegt darin, dass der Flugroboter vollkommen eigenständig agieren muss, obwohl die Rechenleistung fünf Mal langsamer ist, als bei einem gewöhnlichen Flugroboter. Im Labor der Inspektionsroboter wurden Robert-Jan Smits die neuesten Prototypen präsentiert. Inspektionsroboter sollen zum Beispiel Kühltürme oder Schornsteine von Kohlekraftwerken untersuchen. Heute muss zum Teil das gesamte Kraftwerke abgestellt werden, um die Anlage inspizieren zu können. Smits liess sich die Details der Projekte erklären und war begeistert. «Ich bin beeindruckt von der Offenheit und der Forschungskultur. Man spürt die Dynamik und die Kreativität der jungen Wissenschaftler.»

Auch die Animationstechniken des Disney Research Lab faszinierten den EU-Generaldirektor: «Die Zusammenarbeit von einem Unterhaltungskonzern wie Disney mit einer Hochschule ist einzigartig in Europa.» Fasziniert haben ihn die innovativen Techniken, wie zum Beispiel die 3D-Darstellung von Gesichtern. Dieses Labor sei ein Beispiel dafür, wie gut Grundlagenforschung mit zukunftsfähigen Märkten verbunden werden können.» Er bestärkte die ETH Zürich darin, sich auch weiterhin an den Förderprogrammen zu beteiligen: «Die Forschung, die ich in der Schweiz gesehen habe, zeigt, dass es hier starke Wissenschaftsgrundlagen gibt, die nicht nur Geld benötigen, sondern die durch innovative Ideen neue Investitionen anregen.» Daher sei das Schweizer Modell sehr nachhaltig und selbsterhaltend. In einigen Ländern werden zwar viele Gelder in die Forschung gesteckt, ohne dass die Ergebnisse aber im Markt umgesetzt würden.

 
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