Mitsprache bei strategischen Entscheiden
Die Hochschulversammlung diskutierte in ihrer vergangenen Sitzung ihre Vernehmlassungsantwort zum Strategie- und Entwicklungsplan der ETH für die Jahre 2012 bis 2016 und begrüsst das Memorandum of Understanding mit der Schulleitung.
Zu Beginn der Sitzung der Hochschulversammlung am 9. März gratulierte HV-Präsident Jürg Dual der anwesenden Rektorin Heidi Wunderli-Allenspach. Die Gesamtprofessorenkonferenz hatte sich am 24. Februar mit überwältigender Mehrheit für eine Wiederwahl von Frau Wunderli als ETH-Rektorin ausgesprochen. Die Gesamtprofessorenkonferenz beantragt beim ETH-Präsidenten nun, Frau Wunderli-Allenspach dem ETH-Rat zur Wahl vorzuschlagen. Diese Wahl vorausgesetzt, wird die Rektorin ihr Amt bis 31. Juli 2012 ausüben.
Regeln für Zulassung
Die Rektorin informierte die HV über die kürzlich getroffenen Entscheide der Schulleitung. Im Zentrum stand dabei die anhaltende Diskussion um die Beschränkung der Zulassungen bei den Studierenden. Der ETH-Rat hat beim Bund eine Änderung des ETH-Gesetzes beantragt. Demnach soll der ETH-Rat die Kompetenz erhalten, auf Antrag der Schulleitung der ETH Zürich oder der EPF Lausanne, für den Eintritt externer Bewerbender in höhere Semester des Bachelor-Studiums oder in die Masterstufe Zulassungsbeschränkungen zu beschliessen. Da diese neue Regelung voraussichtlich erst in zwei bis drei Jahren umsetzbar sein wird, benötigt die ETH eine Übergangslösung. Hier folgt die ETH Zürich den Erkenntnissen einer Expertenkommission, die von der Rektorenkonferenz der Schweiz (CRUS) unter Leitung von Paul Richli, Rektor der Universität Luzern, eingesetzt wurde. Sie untersuchte, ob Zulassungsbeschränkungen für ausländische Studierende möglich seien, ohne internationale Vereinbarungen zu verletzen. Die Kommission kam zu dem Ergebnis, dass der Zugang von Studierenden aus dem Ausland in der Schweiz aus Kapazitätsgründen beschränkt werden kann. Die ETH werde diese Massnahme wenn nötig auch anwenden, betonte die Rektorin.
Um die Mitwirkungsrolle der Hochschulversammlung festzuhalten, hat die HV zusammen mit der Schulleitung ein Memorandum of Understanding verfasst und Anfang Februar verabschiedet. Dort wird unter anderem angeregt, dass ein Mitglied der Schulleitung jeweils an den HV-Sitzungen teilnimmt und über aktuelle Themen aus der Schulleitung informiert – wie dies aktuell auch schon umgesetzt wird. Das Memorandum weist auch darauf hin, dass sich die HV während des Entstehungsprozesses zum Jahresbericht der ETH äussern und auf Wunsch dazu einen Beitrag liefern kann. Für HV-Präsident Jürg Dual ist wichtig, dass «die Vereinbarung die konstruktive Zusammenarbeit von Schulleitung und Hochschulversammlung bestätigt und das Mitwirkungsrecht der HV gestärkt wird. Hierfür möchte ich ETH-Präsident Ralph Eichler und den anderen Mitgliedern der Schulleitung danken.»
Bei den jährlichen Dialogen zwischen dem ETH-Rat und der ETH hat auch die HV die Gelegenheit, ihre Themen mit dem Rat zu diskutieren. Die HV möchte am kommenden Dialog vom 9. und 10. Juni unter anderem das Prozedere der nächsten Präsidentenwahl erörtern und die Frage, weshalb die Löhne von ETH-Mitarbeitenden in der letzten Lohnrunde weniger angehoben wurden als für andere Bundesangestellte.
Markus Stauffacher, Delegierter beider Hochschulversammlungen im ETH-Rat, berichtete, dass dort der Erfolg der Schweizer Institutionen bei der Auswahl der FET-Grossprojekte (Future and Emerging Technologies) für die Vergabe von EU-Forschungsgeldern mit Freude zur Kenntnis genommen wurde. Die EU-Forschungskommission will ab 2013 ein bis zwei Flagship-Projekte mit je bis zu einer Milliarde Euro fördern. Von 26 europaweit eingereichten Projekten wurden sechs ausgewählt, bis Ende 2011 einen detaillierten Projektantrag einzureichen. Allein bei zweien dieser Projekte ist die ETH Zürich Co-Leading House. 2012 soll dann der definitive Entscheid fallen, welche Projekte den Zuschlag erhalten.
Budgetverteilung 2012
Weiter informierte Markus Stauffacher über die Budgetverteilung des ETH-Rates für 2012 auf die sechs Institutionen des ETH-Bereichs: Auf Grund der Anforderung des Parlaments, Gelder vor allem nach Leistungskriterien zu vergeben, untersuchte der ETH-Rat die Leistungen der Hochschulen und der Forschungsanstalten. Der ETH-Rat stellte fest, dass die Institutionen alle ein vergleichbar hohes Niveau aufweisen und die Möglichkeiten der leistungsbasierten Unterscheidung begrenzt sind. Die ETH Zürich erhält, vorbehältlich der Genehmigung des Rahmenkredits durch das Parlament, im Jahr 2012 vom Bund einen Finanzierungsbeitrag von 1051.7 Millionen Franken; das sind 12 Millionen mehr als 2011.
Die HV diskutierte überdies ihre Vernehmlassungsantwort zur vorliegenden Fassung des Strategie- und Entwicklungsplans der ETH für die Jahre 2012 bis 2016. Sie ist zufrieden mit der Berücksichtigung ihrer Kernanliegen wie Nachwuchsförderung und Wertschätzung. Darüber hinaus regt die HV an, die interne und die externe Kommunikation und den Umgang mit den Alumni als wesentliche Elemente in die Strategie aufzunehmen. Auch sollen die einzelnen Strategien der Departemente vermehrt in die Gesamtstrategie eingebettet und bei der Ressourcenplanung Studierendenzahlen und Einflüsse auf die Qualität von Lehre und Forschung berücksichtigt werden.
Als neue Vertreter des AVETH in der HV begrüsste Jürg Dual Amr Abdellah und Johann Weichbrodt.
Die Hochschulversammlung
Die Hochschulversammlung ist das paritätisch zusammengesetzte Organ von Vertreterinnen und Vertretern der vier Gruppen der Hochschulangehörigen (Stände): Mitglieder des Lehrkörpers, Mittelbau (Doktorierende, Assistierende und wissenschaftliche Mitarbeitende), Studierende, administrative und technische Mitarbeitende.

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