Veröffentlicht: 03.03.11
Science

Sechs Förderungsprofessuren für die ETH Zürich

Zum zwölften Mal hat der Schweizer Nationalfonds (SNF) im vergangenen Frühjahr neue Förderungsprofessuren ausgeschrieben. Von 177 Kandidierenden erhielten nun 41 den Zuschlag. Sechs der Förderungsprofessuren gehen an die ETH Zürich.

Simone Ulmer
Sechs Nachwuchswissenschaftler denen vom SNF eine Förderungsprofessur zugesprochen wurde, werden in diesem Jahr ihre Arbeit in Forschung und Lehre an der ETH Zürich aufnehmen: Lian Pin Koh, Benoît Kornmann, Mathieu Luisier, Paola Picotti, Michael Strasser und Lenny Winkel. (Bild: zVg)
Sechs Nachwuchswissenschaftler denen vom SNF eine Förderungsprofessur zugesprochen wurde, werden in diesem Jahr ihre Arbeit in Forschung und Lehre an der ETH Zürich aufnehmen: Lian Pin Koh, Benoît Kornmann, Mathieu Luisier, Paola Picotti, Michael Strasser und Lenny Winkel. (Bild: zVg) (Galerie)

Seit 1999 hat der Schweizer Nationalfond (SNF) mit Förderungsprofessuren 433 jungen und herausragenden Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern ermöglicht, ihr eigenes Forschungsteam aufzubauen. Mit durchschnittlich 1,4 Millionen Franken fördert der SNF die Forschenden für jeweils vier Jahre. Von den im März 2011 neu gesprochenen Förderungsprofessuren profitieren wie bereits zuvor neben den auserwählten Forschenden auch die Hochschulen, denen sie angehören: Neben der ETH Zürich und EPF Lausanne sind es sieben Universitäten und eine Fachhochschule, welche die 41 Förderungsprofessoren unter sich aufteilen. Der Status der Förderungsprofessuren ist vergleichbar mit einer Assistenzprofessur. Die Voraussetzungen für eine Kandidatur sind laut dem SNF hervorragende wissenschaftliche Leistungen gepaart mit Eignung und Engagement für die Lehre.

Zwei Biochemiker, ein Geologe, zwei Umweltwissenschaftler ein Elektroingenieur

Nach einem formellen Gesuch der Bewerber trifft der Nationale Forschungsrat des SNF eine erste Auswahl. Die berücksichtigten Kandidatinnen und Kandidaten müssen dann ein detailliertes Projekt einreichen und schliesslich ihr Forschungsvorhaben persönlich präsentieren. In der letzten Bewerbungsstufe seien auch Gutachten externer Spezialistinnen und Spezialisten hinzugezogen worden, heisst es in einer Mitteilung des SNF.

Folgende Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler die ihre Forschung an der ETH Zürich durchführen möchten, haben die Jury überzeugt: Die Biochemiker Paola Picotti und Benoît Kornmann, der Geologe Michael Strasser, die Umweltwissenschaftler Lenny Winkel und Lian Pin Koh sowie der Elektroingenieur Mathieu Luisier. Picotti, Kornmann und Koh froschen bereits an der ETH.

Zurück in die Heimat dank Förderungsprofessur

Mit der Förderungsprofessur können die jungen Wissenschaftler ihr eigenes Forschungsteam aufbauen und zum Beispiel nach einem Auslandsaufenthalt wieder an eine Schweizer Hochschule zurückkehren. Wie etwa der Geologe Michael Strasser, der an der ETH Zürich studierte und promovierte und danach als Postdoc an die Universität Bremen wechselte. Er wird ab dem 1. Oktober wieder an der ETH über tektonische Prozesse bestimmter Sedimentationströge forschen, wie etwa dem Schweizer Molasse-Becken und dem Nankai-Trog vor der Küste Japans.

Die frohe Botschaft erreichte Strasser auf dem japanischen Forschungsschiff R/V Kairei, auf dem er bis vor wenigen Tagen noch forschte. Soeben für einen kurzen Aufenthalt in Zürich eingetroffen, um seine Rückkehr zu organisieren, sagt er: «Ich bin begeistert und freue mich auf diese neue Herausforderung. Das Timing war perfekt: Ich habe von meiner erfolgreichen Bewerbung erfahren, als wir in knapp 3000 Meter Wassertiefe mit einem unbemannten Tauchroboter Gesteinsproben vom Meeresboden sammelten. Die Nachricht freute mich um so mehr, weil ich die Proben nun mit meiner neuen Forschungsgruppe an der ETH Zürich analysieren werde.» Strasser betont, dass es ihm wichtig ist, sein Fachwissen auch an die Studierenden weiter zu geben. Er hofft, sie dadurch für die See- und Meeresforschung sowie für die geologischen und tektonischen Prozesse in der Schweiz begeistern zu können.

 
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