Veröffentlicht: 19.01.11
Campus

Mit der ETH-Promotion gut gerüstet

Gleich 200 neue Doktortitel verlieh ETH-Rektorin Heidi Wunderli-Allenspach an der Promotionsfeier. 25 weitere Arbeiten wurden mit der ETH-Medaille ausgezeichnet. Für ihre berufliche Zukunft sind die Absolventen damit gut gerüstet.

Thomas Langholz
Françoise Molitor erhält von Rektorin Heidi Wunderli-Allenspach die ETH-Medaille für ihre ausgezeichnete Promotion. (Bild: Thomas Langholz / ETH Zürich)
Françoise Molitor erhält von Rektorin Heidi Wunderli-Allenspach die ETH-Medaille für ihre ausgezeichnete Promotion. (Bild: Thomas Langholz / ETH Zürich) (Galerie)

Françoise Molitor strahlt über das ganze Gesicht. Die Luxemburgerin darf sich jetzt «Dr. sc. ETH» nennen, sogar mit Auszeichnung. ETH-Rektorin Heidi Wunderli-Allenspach überreichte der Physikerin am vergangenen Freitag die ETH-Medaille für ihre ausgezeichnete Doktorarbeit zum Thema «Elektronische Eigenschaften von Kohlenstoff-Nanostrukturen». Dreieinhalb Jahre hat sie an ihrer Dissertation gearbeitet. Dass sie dafür eine Auszeichnung erhält, hat sie erst kürzlich erfahren. «Ich hätte nicht damit gerechnet; das ist ein schöner Abschluss an der ETH.» Ob sie jetzt in die Industrie geht oder weiter forscht, will sie noch nicht verraten: «Es finden auf beiden Seiten spannende Gespräche statt».

200 ETH-Doktorandinnen und Doktoranden überreichte ETH-Rektorin Heidi Wunderli-Allenspach persönlich die Ernennungsurkunde. «Die ETH wird in Ihrem Curriculum einen prägnanten Platz einnehmen. Ein Drittel ihres aktiven Lebens haben sie hier verbracht», betonte die Rektorin und beglückwünschte die Absolventinnen und Absolventen. Sie ist sich sicher, dass die Absolventen mit dem Doktortitel der ETH gut gerüstet sind.

Mehrere Stellenangebote

Christian Dönitz ist einer von ihnen. Der Maschinenbau-Absolvent ist aus München angereist, wo er inzwischen bei BMW arbeitet. Promoviert hat er über das Thema Hybridantriebe. Aus mehreren Stellenangeboten entschied er sich für den deutschen Autobauer, wo er jetzt in der Vorentwicklung für elektrische Hybridfahrzeuge angestellt ist. Nach dem Abschluss an der Universität Stuttgart hatte er bei Lino Guzzella, Professor für Thermotronik an der ETH Zürich im Departement Maschinenbau und Verfahrenstechnik, doktoriert. «Die Anstellung in einer Firma ist etwas ganz anderes, als eine wissenschaftliche Arbeit zu schreiben. Allein die Frist, um zu Ergebnissen zu kommen, ist viel kürzer. Doch von der Erfahrung aus der Promotion profitiere ich noch immer». Nach der Promotionsfeier fährt er an den Bodensee, um zusammen mit seiner Familie zu feiern.

Im Dienst der Wissenschaft

Nach dreieinhalb Jahren die Promotion zu beenden, war für Sophia Etzold ein «schönes Gefühl». Für ihre Arbeit über den CO2-Haushalt in Schweizer Bergwäldern erhielt sie die ETH-Medaille. Zurzeit arbeitet die Agrarwissenschaftlerin noch als Post-Doc an der ETH. Welchen Weg sie dann einschlagen will, überlegt sie noch. Sie feiert die bestandene Promotion zusammen mit ihrem Freund und dem Forschungsteam, das sie bei ihrer Arbeit unterstützt hat.

Mit Robotern gesund werden

Die Festansprache hielt Robert Riener, Professor für Sensomotorische Systeme, zum Thema «Gesund älter werden: Prävention und Rehabilitation mit Robotik». Er zeigte eindrücklich, dass die ETH für jedes Lebensalter innovative Robotikforschung betreibt. Unter den 73.000 Lebendgeburten pro Jahr in der Schweiz sind nicht wenige mit Komplikationen verbunden. Um junge Ärzte schon in der Ausbildung auf unterschiedliche Situationen vorzubereiten, entwickelte ein Team um Robert Riener den virtuellen Geburtssimulator.

Insbesondere forscht seine Gruppe an Rehabilitationsmassnahmen mit Robotern. Schlaganfälle treffen Menschen zehn bis 20 Mal häufiger als eine Querschnittslähmung. Deshalb besteht hier eine grosse Nachfrage an Therapiemöglichkeiten. Mit Hilfe der Roboter «Lokomaten» und «Armin» lernen Patienten wieder, ihre Gliedmassen zu bewegen. Um die Aufmerksamkeit des Patienten zu erhalten, werden mittels Bildschirmen verschiedene Alltagssituationen dargestellt, wie zum Beispiel Treppen steigen oder Überqueren einer Strasse. Um die Handfunktionen zu trainieren, können mittels eines Bildschirms Bewegungen beim Kochen oder Waschen geübt werden.

Auch entwickelte Riener und sein Team verschiedene Simulatoren, um herauszufinden, wie Bewegungsabläufe im Sport erfolgen und Sportler so beim Training zu unterstützen. Beim Ruderroboter etwa (siehe ETH Life) sitzt der Ruderer in einem echten Boot, während die Umgebung in Echtzeit auf Bildschirm um ihn herum simuliert wird.

Musikalisch umrahmt wurde die Promotionsfeier von der Polyband der ETH.

Fotos der Veranstaltung

Bilder der Promotionsfeier können unter gallery@alumni.ethz.ch angefordert werden.

 
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