Veröffentlicht: 29.06.10
Campus

Recherchieren leicht gemacht

Das neue Wissensportal der ETH-Bibliothek ist online. Der Zugang zu wissenschaftlicher Literatur verändert sich dadurch dramatisch: Eine Suchmaschine durchsucht gleichzeitig die Katalogdaten und weitere Informationsquellen. Die prominent platzierte Search Box ist in den neuen Webauftritt integriert und dient als zentraler Einstieg zu den Ressourcen der ETH-Bibliothek und der ETH Zürich.

Peter Rüegg
Die ETH-Bibliothek lanciert das Wissensportal, das den Benutzerinnen und Benutzern zahlreiche Vorteile und Neuerungen bietet. (Bild: Peter Rüegg / ETH Zürich)
Die ETH-Bibliothek lanciert das Wissensportal, das den Benutzerinnen und Benutzern zahlreiche Vorteile und Neuerungen bietet. (Bild: Peter Rüegg / ETH Zürich) (Galerie)

Die ETH-Bibliothek rüstet sich mit dem neuen Wissensportal für die digitale Zukunft: Es fasst verschiedene Online-Angebote der ETH-Bibliothek in einer Plattform zusammen und wird so zum zentralen Rechercheinstrument für alle Kundinnen und Kunden. Integriert werden unterschiedlichste Informationsangebote wie etwa der Bibliotheksverbund NEBIS, der Dokumentenserver der ETH Zürich ETH E-Collection, das Bildarchiv Online oder die retrodigitalisierten Zeitschriften der Plattform retro.seals.ch. Mit dem Multimedia Portal der ETH Zürich wird ausserdem eine erste ETH-interne Quelle eingebunden. Aufzeichnungen von Vorlesungen und Vorträgen werden so effizienter auffindbar und nutzbar. Einen weiteren Mehrwert schafft die Einbindung der Artikeldatenbank DADS des Technical Information Center of Denmark DTIC. Sie enthält die Metadaten von rund 22 Millionen wissenschaftlichen Artikeln verschiedener Verlage. Zusammen mit den Beständen der ETH-Bibliothek sind somit gleichzeitig und über einen einzigen zentralen Einstieg rund 27 Millionen Dokumente suchbar.

Auf die digitalen Eingeborenen abgestimmt

All dies wird durch den Einsatz modernster Technologien möglich: «Wir haben einen regelrechten Paradigmenwechsel vollzogen: weg von der Datenbanksuche, hin zu einer Suche, die auf der Suchmaschinentechnologie basiert», sagt die Projektleiterin des Wissensportal, Arlette Piguet. Das Portal ist auf die Generation der «Digital Natives» abgestimmt und trifft die Erwartungen an ein modernes Rechercheinstrument. «Wir orientieren uns stark daran, wie Wissenschaftler heute arbeiten und wie junge Leute nach Informationen suchen», betont Piguet. Das Rechercheverhalten hat sich in den letzten Jahren drastisch verändert, weshalb die Oberfläche nur noch ein einziges Eingabefenster sowie als Option eine erweiterte Suche bietet. Das Suchinstrument ist optisch in die neu gestaltete Website der ETH-Bibliothek integriert, die ebenfalls durchsucht werden kann. Hiermit gehört die ETH-Bibliothek in zweifacher Hinsicht zu den Vorreitern in der Bibliothekslandschaft: Neben der Integration verschiedener Rechercheplattformen wird das Suchinstrument nahtlos in die Website eingebunden.

Treffer nach Relevanz

Die Vorteile für die Nutzerinnen und Nutzer liegen auf der Hand: Sie müssen nur noch eine Website aufrufen und haben somit einen Single-Point-of-Access. Bis anhin musste man eine Vielzahl von Websites kennen, um an die verschiedenen Informationen zu gelangen.

Das Wissensportal bietet gegenüber Suchdiensten wie Google einen gerade für Wissenschaftler handfesten Vorteil: die Suchresultate führen ausschliesslich zu ausgewählter Literatur. Die Treffer werden in einer Titelliste nach Relevanz angezeigt. Das System macht zudem Vorschläge, wie die Resultate bei Bedarf nach verschiedenen Kriterien weiter eingeschränkt, präzisiert oder sortiert werden können. Selbstverständlich bleibt das Angebot an Fachdatenbanken bestehen und dient auch in Zukunft der tiefer gehenden fachspezifischen Recherche.

Ausbau zur mobilen Bibliothek

Der weitere Ausbau des Wissensportals ist bereits in Arbeit: Möglich werden sollen etwa die Nutzung über mobile Geräte, Personalisierungsfunktionen oder das Single-Sign-on. Die ETH-Bibliothek wird in Zukunft laufend weitere Bestände und Informationsressourcen über das Wissensportal erschliessen, so dass ein umfassendes Rechercheinstrument für die ETH Zürich, weitere Institutionen und die Öffentlichkeit entsteht. «Wir gewährleisten damit, dass die Angehörigen der Hochschule ihre Informationen in noch stärkerem Mass auf elektronischem Weg beschaffen können. Die ETH-Bibliothek positioniert sich hiermit noch deutlicher als elektronische Bibliothek», sagt Arlette Piguet.

Das Projekt ist das umfangreichste und komplexeste je von der ETH-Bibliothek durchgeführte. Es erfolgte in Zusammenarbeit mit der Firma Ex Libris, dem führenden Softwareanbieter im Bibliotheksbereich, dem Technical Information Center of Denmark im Bereich Artikeldatenbank und – für die Basisinfrastruktur – mit den Informatikdiensten der ETH Zürich. Ein Begleitgremium mit 20 ETH-Angehörigen verschiedener Fachbereiche testete das Portal und unterstützte das Projektteam mit wertvollen Rückmeldungen.

Wissensportal: Kurzpräsentationen über Mittag

Vom 28. Juni bis 9. Juli bietet die ETH-Bibliothek von Montag bis Freitag jeden Mittag Kurzpräsentationen zum Wissensportal an. Die Präsentationen beginnen jeweils um 12.15, 12.30 und 12.45 Uhr und dauern 10 Minuten. Ort: ETH-Bibliothek (ETH-Hauptgebäude, H-Stock), vor dem InfoCenter.

 
Leserkommentare:
Wir sind an Ihrer Meinung interessiert. Bitte schreiben Sie uns: