Tierversuche: Rechtfertigung des Tierleids?
Immerhin wird das Leiden der Versuchtiere nicht ausgeblendet. Ist es aber quantifizierbar, messbar oder überhaupt zu rechtfertigen? Versuchstiere sind lebendige, fühlende Wesen mit ihren arteigenen Bedürfnissen. Eingesperrt und festgehalten, erleben sie bei vollem Bewusstsein Angst, Schmerzen und Dauerstress bis sie dann endlich sterben können. Die Frage nach der Quantität des Leids stellt sich für einen (mit)fühlenden Menschen nicht; er kann die Antwort auf diese sinnlose und grausame Ausbeutung von wehrlosen Geschöpfen kaum aushalten: Gewollte und gezielte Tierquälerei, als Ausnahme erlaubt durch das Gesetz.
Keine der kläglichen Abwägungen, Vergleiche, Wertungen und auch nicht der kleinste Nutzen für den Menschen machen die Qual der Tiere ungeschehen. Dass der Tierversuch keine eindeutigen, klaren und brauchbaren Ergebnisse liefert und auch nur sehr zufällig und ansatzweise vage oder allgemeine Erkenntnisse bringen kann, ist seit seiner Anwendung zur Tatsache geworden. Die Übertragung auf den Menschen funktioniert nicht und ist gefährlich.
Soll sich die Wissenschaft doch endlich den neuen und existierenden tierversuchsfreien Forschungsmethoden zuwenden, um wirkliche Fortschritte erzielen zu können. Und unsere Gesellschaft und unser Gesetz sollten Tierversuche ausnahmslos als Tierquälerei anerkennen und darauf verzichten.
Evelyn Enderli - 09.06.10
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