Veröffentlicht: 21.05.10
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Sonnencrème überzeugte Venture-Jury

Beim diesjährigen Venture, dem Wettbewerb der besten Geschäftsideen und Businesspläne von ETH, KTI und McKinsey, ist die Firma Blueshift als Siegerin hervorgegangen. Noch nie in der Geschichte des Wettbewerbs wurden so viele Business-Pläne zur Beurteilung eingereicht wie dieses Mal.

Peter Rüegg
Bruno Oesch, Irene Schiller, Lino Camponovo und Markus Aebi gehören mit ihrem ETH-Start up Sweet Vaccines zu den fünf besten Jungunternehmen von Venture 2010. (Bild: zVg Venture)
Bruno Oesch, Irene Schiller, Lino Camponovo und Markus Aebi gehören mit ihrem ETH-Start up Sweet Vaccines zu den fünf besten Jungunternehmen von Venture 2010. (Bild: zVg Venture) (Galerie)

Die Jury hatte kein leichtes Spiel. 142 Businesspläne wurden zur Beurteilung eingereicht, zehn davon kamen ins Finale und nur deren fünf durften auf den Hauptpreis von 60'000 Franken Startkapital hoffen. Insgesamt waren 150'000 Franken Preisgeld ausgesetzt.

«Die Teilnehmer haben in diesem Jahr Aussergewöhnliches geleistet, und es war nicht einfach, die besten zehn Businesspläne zu küren», sagte Thomas Knecht, ehemaliger Direktor von McKinsey Schweiz und Gründervater des Venture-Wettbewerbs.

Zweiter Rang für ETH-Start-up

Am meisten überzeugte die Jury letztlich der Geschäftsplan der Firma Blueshift. Die junge Firma entwickelt eine intelligente UV-Filter-Technik, die in Kosmetika zum Einsatz kommen soll. Diese Technik kann die Sonnenintensität einschätzen und passt den Sonnenschutzfaktor entsprechend an.

Unter den fünf Besten befinden sich auch junge ETH-Firmen: Malicsbo erreichte mit Sweet Vacccines, Impfstoffe auf Zuckerbasis gegen Campilobacter, den zweiten Platz in der Endausmarchung und erhielt 30'000 Franken Startkapital. Fünfter wurde die Firma Marmota, die faseroptische Sensoranwendungen für hochpräzise geotechnische Standorterkundungen und Monitoring entwickelt. Dafür erhielten die ETH-Jungunternehmer 5000 Franken Preisgeld. Ein weiterer ETH-Start up, die Firma Amphiro, die handliche Wassermesser vertreiben will, erarbeitete sich einen Platz in den Top Ten. Den dritten Rang erreichte Swissaudec, eine Firma, die ein neues Komprimierungsverfahren für Audiodateien entwickelt hat, viertplatziert war Stemergie Biotechnolgy. Dieses Unternehmen ging mit einem Verfahren zur Früherkennung und Bekämpfung von Krebsvorläuferzellen im Gehirn ins Rennen.

Stark vertreten waren bei der diesjährigen Venture-Austragung Unternehmen aus dem Softwarebereich sowie aus der Pharma-, Biotechnologie- und Medizinaltechnik-Sparte. Drei von zehn Finalisten stammen aus letzteren, zwei von zehn aus ersterem Bereich. Über die Hälfte (77) der 142 Business-Pläne wurden von Teams aus Schweizer Hochschulen eingereicht, der Rest von Gruppen ohne Universitäts-Affiliation. 24 Teams stammen aus der ETH Zürich, 12 aus der EPF Lausanne.

Unter den zehn besten befinden sich vier Teams, die bereits im Januar 2010 einen Preis für die beste Geschäftsidee erhielten (vgl. ETH Life vom 15.01.2010). Die Sieger konnten ihren Preis am Donnerstagabend an der Schlusspreisverleihung entgegen nehmen. An der Feier trat Valentin Chapero, CEO des weltweit tätigen Hörgeräteherstellers Phonak, als Gastredner auf.

Teilnehmerboom als positives Zeichen

Krise hin, Krise her: Noch nie zuvor haben so viele Leute ihre Geschäftsideen beim Venture-Wettbewerb eingereicht. Thomas Knecht führte dies darauf zurück, dass derzeit viele Leute gute Geschäftsideen haben und diese verwirklichen wollen. Er glaubt nicht daran, dass die Wirtschaftskrise die Leute dazu drängt, mangels Job-Alternativen eine eigene Firma gründen zu wollen. «Es freut mich zu sehen, dass das Interesse am Unternehmertum trotz schwieriger wirtschaftlicher Bedingungen gestiegen ist», betonte er.

Silvio Bonaccio, Leiter von ETH Transfer, sah im grossen Teilnehmerfeld ebenfalls den ungebrochenen Unternehmer- und Innovationsgeist in der Schweiz. «Es ist erfrischend zu sehen, welche neuen zukunftsweisenden Technologien hierzulande entstehen.»

Siebte Austragung

Venture wurde 1998 von Thomas Knecht gegründet und wurde dieses Jahr zum siebten Mal durchgeführt. Von früheren Venture-Teilnehmern sind 250 erfolgreiche Firmen mit über 2500 Arbeitsplätzen hervorgegangen. Die ETH und McKinsey konnten mit der Innovations-Förderagentur KTI des Bundes einen dritten Partner ins Boot holen. Und ein weiterer Rekord: am diesjährigen Investorentag nahmen 80 Investoren teil, die als potenzielle Unterstützer der jungen Firmen in Frage kommen.

 
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