Sonnencrème überzeugte Venture-Jury
Beim diesjährigen Venture, dem Wettbewerb der besten Geschäftsideen und Businesspläne von ETH, KTI und McKinsey, ist die Firma Blueshift als Siegerin hervorgegangen. Noch nie in der Geschichte des Wettbewerbs wurden so viele Business-Pläne zur Beurteilung eingereicht wie dieses Mal.
Die Jury hatte kein leichtes Spiel. 142 Businesspläne wurden zur Beurteilung eingereicht,
zehn davon kamen ins Finale und nur deren fünf durften auf den Hauptpreis von
60'000 Franken Startkapital hoffen. Insgesamt waren 150'000 Franken Preisgeld ausgesetzt.
«Die Teilnehmer haben in diesem Jahr Aussergewöhnliches
geleistet, und es war nicht einfach, die besten zehn Businesspläne zu küren»,
sagte Thomas Knecht, ehemaliger Direktor von McKinsey Schweiz und Gründervater des
Venture-Wettbewerbs.
Zweiter Rang für ETH-Start-up
Am
meisten überzeugte die Jury letztlich der Geschäftsplan der Firma Blueshift. Die junge Firma entwickelt eine intelligente UV-Filter-Technik, die in Kosmetika zum Einsatz kommen soll. Diese Technik kann die Sonnenintensität einschätzen und passt den Sonnenschutzfaktor entsprechend an.
Unter
den fünf Besten befinden sich auch junge ETH-Firmen: Malicsbo erreichte mit Sweet Vacccines, Impfstoffe auf Zuckerbasis gegen Campilobacter, den zweiten Platz in der Endausmarchung und erhielt 30'000 Franken Startkapital. Fünfter wurde die Firma Marmota, die faseroptische Sensoranwendungen für hochpräzise geotechnische
Standorterkundungen und Monitoring entwickelt. Dafür erhielten die ETH-Jungunternehmer 5000 Franken Preisgeld. Ein weiterer
ETH-Start up, die Firma Amphiro, die handliche Wassermesser vertreiben will, erarbeitete sich einen Platz in den Top Ten. Den dritten Rang erreichte
Swissaudec, eine Firma, die ein neues Komprimierungsverfahren für Audiodateien entwickelt hat, viertplatziert war Stemergie Biotechnolgy. Dieses Unternehmen ging mit einem Verfahren zur Früherkennung und Bekämpfung von Krebsvorläuferzellen im Gehirn ins Rennen.
Stark vertreten waren bei der diesjährigen Venture-Austragung Unternehmen aus dem Softwarebereich sowie aus der Pharma-, Biotechnologie- und Medizinaltechnik-Sparte. Drei von zehn Finalisten stammen aus letzteren, zwei von zehn aus ersterem Bereich. Über die Hälfte (77) der 142 Business-Pläne wurden von Teams aus Schweizer Hochschulen eingereicht, der Rest von Gruppen ohne Universitäts-Affiliation. 24 Teams stammen aus der ETH Zürich, 12 aus der EPF Lausanne.
Unter den zehn besten befinden sich vier Teams, die bereits im Januar 2010 einen Preis für die beste Geschäftsidee erhielten (vgl. ETH Life vom 15.01.2010). Die Sieger konnten ihren Preis am Donnerstagabend an der Schlusspreisverleihung entgegen nehmen. An der Feier trat Valentin Chapero, CEO des weltweit tätigen Hörgeräteherstellers Phonak, als Gastredner auf.
Teilnehmerboom als positives Zeichen
Krise
hin, Krise her: Noch nie zuvor haben so viele Leute ihre Geschäftsideen beim
Venture-Wettbewerb eingereicht. Thomas Knecht führte dies darauf
zurück, dass derzeit viele Leute gute Geschäftsideen haben und diese
verwirklichen wollen. Er glaubt nicht daran, dass die Wirtschaftskrise die
Leute dazu drängt, mangels Job-Alternativen eine eigene Firma gründen zu
wollen. «Es freut mich zu sehen, dass das Interesse am Unternehmertum trotz
schwieriger wirtschaftlicher Bedingungen gestiegen ist», betonte er.
Silvio Bonaccio, Leiter von ETH Transfer, sah im grossen Teilnehmerfeld ebenfalls den ungebrochenen Unternehmer- und Innovationsgeist in der Schweiz. «Es ist erfrischend zu sehen, welche neuen zukunftsweisenden Technologien hierzulande entstehen.»
Siebte Austragung
Venture wurde 1998 von Thomas Knecht gegründet und wurde dieses Jahr zum siebten Mal
durchgeführt. Von früheren Venture-Teilnehmern sind 250 erfolgreiche Firmen mit
über 2500 Arbeitsplätzen hervorgegangen. Die
ETH und McKinsey konnten mit der Innovations-Förderagentur KTI des Bundes einen
dritten Partner ins Boot holen. Und ein
weiterer Rekord: am diesjährigen Investorentag nahmen 80
Investoren teil, die als potenzielle Unterstützer der jungen Firmen in Frage
kommen.
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