Veröffentlicht: 15.03.10
Venture Kick

Je 130'000 Franken für ETH-Spin-offs

Der Test zur Früherkennung von Prostatakrebs von «Proteomedix» und die Barcode-Erkennungssoftware für Handys von «Mirasense» überzeugten die Jury der privaten Förderinitiative «Venture Kick». Die beiden ETH-Spin-offs wurden für ihre innovativen Ideen mit je 130‘000 Franken Startkapital belohnt.

Kathrin Schaffner
Christian Brühlmann (l.) und Ralph Schiess von «Proteomedix» entwickelten einen Test, mit dem Prostatakrebs im Frühstadium zuverlässig diagnostiziert werden kann. (Bild: Venture Kick / ETH Zürich)
Christian Brühlmann (l.) und Ralph Schiess von «Proteomedix» entwickelten einen Test, mit dem Prostatakrebs im Frühstadium zuverlässig diagnostiziert werden kann. (Bild: Venture Kick / ETH Zürich) (Galerie)

Die eine kommt aus der Biotechnologie, die andere aus der Informatik – die beiden Jungunternehmen «Proteomedix» und «Mirasense» haben das dreistufige Verfahren von «Venture Kick» erfolgreich durchlaufen. Nun sollen ihre Produkte vom Labor auf den Markt gebracht werden.

Weniger Biopsien dank präziserer Resultate

Christian Brühlmann und Ralph Schiess, die beiden Köpfe der Firma Proteomedix, haben sich auf die Entwicklung neuer Biomarker für die Krebsdiagnostik spezialisiert. Ihr erstes Produkt ist ein Test zur Früherkennung von Prostatakrebs. Die Methode entwickelte Schiess während seiner Doktorarbeit bei Ruedi Aebersold, Professor für Systembiologie an der ETH Zürich. Heute erhalten drei von vier Männern fälschlicherweise eine positive Diagnose und müssen sich deshalb einer unnötigen Biopsie unterziehen. Dank der hohen Genauigkeit des neuen Tests könnte vielen Patienten diese belastende und unangenehme Behandlung erspart werden. Das führe auch zu sinkenden Gesundheitskosten, sagt Schiess.

Fachexperten wie der Präsident der Schweizer Krebsliga Thomas Cerny oder der Krebsforscher Wilhelm Krek, Professor für Zellbiologie an der ETH Zürich, unterstützen Proteomedix und hoffen, dass die Forschungsresultate so bald wie möglich zur klinischen Anwendung kommen. Brühlmann und Schiess haben bereits Kontakte zu potentiellen Partnern aus der Diagnostik und der Pharmaindustrie geknüpft.

Schnell und praktisch über Produkte informiert

Das Mirasense-Team, bestehend aus Christof Roduner, Christian Floerkemeier, Robert Adelmann und Samuel Müller, hat eine Software für Handys entwickelt, mit der man Barcodes scannen kann und so Informationen über das betreffende Produkt erhält. Bisher war dies nur mit iPhones möglich.

Nun können Konsumenten auch auf einem normalen, ohne Autofokuskamera ausgestatteten Handy innert Sekunden ablesen, was in einem Produkt enthalten ist. Denn die Software von Mirasense erkennt auch unscharfe Barcodes. Sie ist für Nokia, Android und Windows Mobile anwendbar und kommt noch diesen Frühling auf den Markt.

Über drei Stufen zum Hauptgewinn

Ziel der Initiative Venture Kick, die aus privaten Stiftungen finanziert wird, ist es, die Zahl der Unternehmensgründungen an Universitäten, technischen Hochschulen und Fachhochschulen zu verdoppeln. Die Bewerber durchlaufen ein dreistufiges Verfahren. Zuerst müssen sie eine interessante Geschäftsidee präsentieren, diese danach sinnvoll strukturieren und zuletzt erste Gehversuche auf dem freien Markt unternehmen.
Nach jeder Stufe entscheidet eine Jury darüber, ob die junge Firma einen finanziellen Anreiz und professionelle Begleitung erhält oder ausscheidet. Junge Unternehmen, die alle Stufen meistern, erhalten 130'000 Franken Startkapital.

 
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