Je 130'000 Franken für ETH-Spin-offs
Der Test zur Früherkennung von Prostatakrebs von «Proteomedix» und die Barcode-Erkennungssoftware für Handys von «Mirasense» überzeugten die Jury der privaten Förderinitiative «Venture Kick». Die beiden ETH-Spin-offs wurden für ihre innovativen Ideen mit je 130‘000 Franken Startkapital belohnt.
Die eine kommt aus der Biotechnologie, die andere aus der Informatik – die beiden Jungunternehmen «Proteomedix» und «Mirasense» haben das dreistufige Verfahren von «Venture Kick» erfolgreich durchlaufen. Nun sollen ihre Produkte vom Labor auf den Markt gebracht werden.
Weniger Biopsien dank präziserer Resultate
Christian Brühlmann und Ralph Schiess, die beiden
Köpfe der Firma Proteomedix, haben sich auf die Entwicklung neuer Biomarker für
die Krebsdiagnostik spezialisiert. Ihr erstes Produkt ist ein Test zur
Früherkennung von Prostatakrebs. Die Methode entwickelte Schiess während seiner Doktorarbeit bei Ruedi Aebersold, Professor für Systembiologie an der ETH Zürich. Heute erhalten drei von vier
Männern fälschlicherweise eine positive Diagnose und müssen sich deshalb einer unnötigen
Biopsie unterziehen. Dank der hohen Genauigkeit des neuen Tests könnte vielen
Patienten diese belastende und unangenehme Behandlung erspart werden. Das führe
auch zu sinkenden Gesundheitskosten, sagt Schiess.
Fachexperten wie der Präsident der Schweizer Krebsliga Thomas Cerny
oder der Krebsforscher Wilhelm Krek, Professor für Zellbiologie an der ETH
Zürich, unterstützen Proteomedix und hoffen, dass die Forschungsresultate so
bald wie möglich zur klinischen Anwendung kommen. Brühlmann und Schiess haben
bereits Kontakte zu potentiellen Partnern aus der Diagnostik und der Pharmaindustrie
geknüpft.
Schnell und praktisch über Produkte informiert
Das Mirasense-Team, bestehend aus Christof Roduner,
Christian Floerkemeier, Robert Adelmann und Samuel Müller, hat eine Software für
Handys entwickelt, mit der man Barcodes scannen kann und so Informationen über
das betreffende Produkt erhält. Bisher war dies nur mit iPhones möglich.
Nun können Konsumenten auch auf einem normalen, ohne Autofokuskamera ausgestatteten Handy innert Sekunden ablesen, was in einem Produkt enthalten ist. Denn die Software von Mirasense erkennt auch unscharfe Barcodes. Sie ist für Nokia, Android und Windows Mobile anwendbar und kommt noch diesen Frühling auf den Markt.
Über drei Stufen zum Hauptgewinn
Ziel der Initiative Venture Kick, die aus privaten Stiftungen finanziert wird,
ist es, die Zahl der Unternehmensgründungen an Universitäten, technischen Hochschulen
und Fachhochschulen zu verdoppeln. Die Bewerber durchlaufen ein dreistufiges
Verfahren. Zuerst müssen sie eine interessante Geschäftsidee präsentieren,
diese danach sinnvoll strukturieren und zuletzt erste Gehversuche auf dem
freien Markt unternehmen.
Nach jeder Stufe entscheidet eine Jury darüber, ob die
junge Firma einen finanziellen Anreiz und professionelle Begleitung erhält oder
ausscheidet. Junge Unternehmen, die alle Stufen meistern, erhalten 130'000
Franken Startkapital.
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