Veröffentlicht: 12.03.10
Handelsblatt-Ranking

ETH-Volkswirtschaftslehre steigt auf

Die Volkswirtschaftslehre der ETH Zürich zählt laut Handelsblatt zu den sechsbesten unter den deutschsprachigen Universitäten. Sie liegt damit sogar noch vor der HSG, aber klar hinter der Uni Zürich.

Peter Rüegg
An den letzten Maturandentagen warben sie für ein aufstrebendes Departement: Das D-MTEC stösst im aktuellen Handelsblatt-Ranking auf den 6. Rang vor. (Bild: Lukas Langhart / e-pics)
An den letzten Maturandentagen warben sie für ein aufstrebendes Departement: Das D-MTEC stösst im aktuellen Handelsblatt-Ranking auf den 6. Rang vor. (Bild: Lukas Langhart / e-pics)

Beste Adresse im deutschsprachigen Europa für Volkswirtschaftslehre ist die Universität Zürich. Das geht aus dem neuen Ranking hervor, welches das deutsche Handelsblatt erstellt hat. Die Uni Zürich führt die Rangliste mit 73 Gesamtpunkten an und liegt vor den Universitäten Mannheim (69) und Bonn (58). An sechster Stelle hinter Frankfurt am Main und der LMU München liegt bereits das Department Management, Technologie und Ökonomie (D-MTEC) der ETH Zürich mit 46 Punkten.

Junges Departement steigt auf

Damit schneidet das zweitjüngste ETH-Departement - das D-MTEC wurde erst am 1. Oktober 2004 gegründet - in diesem Ranking sehr gut ab. Besser sogar als die Hochschule St. Gallen (HSG), die für ihre Volkswirtschaftslehre nur 31 Punkte gutgeschrieben erhielt. Das D-MTEC hat gegenüber dem Vorjahr Boden gut gemacht und sich von Platz 10 auf Rang 6 verbessert.

Das Handelsblatt führt auch eine «ewige Bestenliste» der 250 besten Ökonomen des deutschsprachen Raums. Dieses Ranking führt Bruno S. Frey von der Uni Zürich an. Der beste Volkswirt der ETH Zürich ist der 40-jährige Peter Egger auf Platz 30. Wird nur die Forschungsleistung der letzten fünf Jahre begutachtet, rückt der ETH-Ökonomieprofessor auf Rang vier vor.

Anerkanntes Ranking

Das Handelsblatt-Ranking ist unter den Volkswirten im deutschsprachigen Raum anerkannt und gilt als wichtiges Mass, mit der die Forschungsleistung der verschiedenen Fakultäten beurteilt und verglichen wird. «Es ist wichtig, dass wir als Departement in dieser Rangliste gut abschneiden», sagt Peter Egger, «dies auch im Hinblick auf die Besetzung neuer Professuren.» Das Bild, welche die Rangliste in Bezug auf das Department-Ranking vermittle, sei plausibel.

Etwas kritischer betrachtet er hingegen die Wertung einzelner Forscher. Da gebe es sehr gute Ökonomen, die in der Rangliste hinten zu finden wären, obwohl sie auf Topniveau forschen. Dies hat laut Egger damit zu tun, dass dieses Ranking fast ausschliesslich auf der Publikationsleistung basiert. So zählen Publikationen in renommierten Journalen mehr, als solche, die in unbekannten oder schlechter bewerteten Fachzeitschriften erscheinen. Das führe zu Verzerrungen in der Rangliste. Die Qualität einzelner Artikel weicht mitunter vom Durchschnittsrang einer Zeitschrift ab und müsse losgelöst vom Impact eines Journals und unter Umständen sogar der Arbeit selbst gesehen werden.

Kooperation mit KOF

Das Ranking des Handelsblattes besteht seit vier Jahren und nimmt die Forschungsleistung deutschsprachiger Volkswirte und Volkswirtschaftsfakultäten unter die Lupe, und zwar anhand international gängiger Standards zur Evaluation ökonomischer Forschung. Gezählt werden Publikationen in wissenschaftlichen Fachzeitschriften. Wie viel Punkte ein Artikel wert ist, hängt vom Ruf des Journals ab, in dem er erschienen ist. Grundlage des Handelsblatt-Rankings ist eine Datenbank, in der die Veröffentlichungen von mehr als 1700 Forschern von rund 90 Universitäten und Instituten in Deutschland, Österreich und der deutschsprachigen Schweiz erfasst sind.

Seit diesem Jahr kooperiert das Handelsblatt dabei mit dem Thurgauer Wirtschaftsinstitut an der Uni Konstanz und der Konjunkturforschungsstelle der ETH Zürich (KOF), die die Studie nach Vorgabe des Mediums erstellten.

 
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