Veröffentlicht: 10.03.10
Mittwochskolumne

Frische Brise im Frühlingssemester

Sie forscht als Biologin in den Umweltwissenschaften, er arbeitet als betrieblicher Sozialarbeiter. Die zweite Frau im Bunde fördert die Karrieren von ETH-Abgängerinnen und -Abgängern und der Vierte des Quartetts ist ein Mediziner, der sich mit Wissenschaftshistorie befasst: Im nächsten halben Jahr schreiben Léonie Suter, Guido Toivanen, Vanessa Hugo und Michael Hagner für ETH Life Kolumnen.

Peter Rüegg
Léonie Suter, Guido Toivanen, Vanessa Hugo und Michael Hagner schreiben im kommenden halben Jahr ETH-Life-Kolumnen. (von l.o.n.r.u.)
Léonie Suter, Guido Toivanen, Vanessa Hugo und Michael Hagner schreiben im kommenden halben Jahr ETH-Life-Kolumnen. (von l.o.n.r.u.) (Galerie)

Die Botanikerin

In einer Woche, am 17.3., wird an dieser Stelle der erste Beitrag von Léonie Suter zu lesen sein. Die 27-Jährige doktoriert derzeit am Institut für Integrative Biologie über die Epigenetik der Ackerschmalwand Arabidopsis thaliana. An der ETH hat sie auch ihren Master und Bachelor in Ökologie und Evolution erlangt. Überhaupt haben es ihr die Botanik und das Reisen angetan: Zwischen Bachelor und Master absolvierte sie ein Praktikum auf der Seychellen-Insel Praslin, um den Effekt von Bränden auf die Pflanzenwelt zu untersuchen, und während ihrer Studienzeit leitete sie botanische Exkursionen bei Professor Matthias Baltisberger. Ihre Masterarbeit machte sie an den berühmten Londoner Kew Gardens über Sexchromosomen und reproduktive Isolation von Pappeln. Nach dem Studium bereiste sie Australien, Neuseeland, die Antarktis und Südamerika. Vor kurzem hat sie mit ihrem Freund zusammen ein Segelboot gekauft. Fernziel: Weltreise mit Windkraft. Aber erst muss sie noch das Segeln lernen.

Der Wellenreiter

Der Zweite in der Reihe ist Guido Toivanen. Er ist selbständig in der Beratung und Schulung tätig und seit März 2009 zuständig für die betriebliche Sozialberatung der ETH Zürich. Aufgewachsen ist er in Gossau (SG) und absolvierte ursprünglich eine Verwaltungslehre. Von 1994 bis 1997 studierte er Sozialarbeit in St. Gallen und liess sich später zum Erwachsenenbildner ausbilden. Vor seiner jetzigen Tätigkeit arbeitete er acht Jahre als betrieblicher Sozialarbeiter in der Bundesverwaltung. Mit 40 nahm er eine einjährige Auszeit mit dem Vorhaben, seinen anderen Leidenschaften zu frönen: Schneesport und Windsurfen. Ein Bandscheibenvorfall fügte diesen Beschäftigungen eine dritte hinzu: Reha-Training. Neben der Zähmung von Wellen in den besten Surf-Revieren der Welt zähmt er im Winter als Ski- und Snowboardlehrer auch wilde Pistenkids. Toivanen lebt mit seiner Partnerin in Bregenz (A), «zwei Gehminuten vom Wasser entfernt».

Die Karrierevermittlerin

Als Dritte an der Reihe ist Vanessa Hugo, diplomierte Naturwissenschaftlerin ETH mit Walliser Wurzeln. Seit 2007 ist sie zuständig für die Career Services der ETH-Alumni-Vereinigung. Schon während des Studiums profitierte sie vom Mentoring der Career Services, fand ihren Job über die ETH-Alumni-Stellenbörse und richtet sich nun als Leiterin ETH Alumni Career Services mit ihren Events selber an Studierende und Alumni der ETH. Die fleissige Bahnfahrerin, die regelmässig auf der Strecke Zürich-Brig anzutreffen ist, wartet darauf, irgendwann ein 1.-Klasse-GA zu gewinnen, damit sie im Zug noch besser schlafen kann. Sie lebt und arbeitet in Zürich und geniesst ihre Freizeit im Wallis. An beiden Orten fühlt sie sich wohl und schätzt die Kontraste zwischen Stadt und Land. Sie ist am liebsten draussen in der Natur, reist gerne oder beobachtet gebannt eine Herde Schwarznasenschafe. Wer mit ihr ins Gespräch kommen möchte, spendiert ihr einen Apricotine, Marke Morand.

Der Wissenschaftshistoriker

Der Letzte im Bund der vier Kolumnisten des kommenden Semesters ist Michael Hagner. Er ist seit 2003 Professor für Wissenschaftsforschung am Departement für Geistes- und Sozialwissenschaften (D-GESS). Von 1980 bis 1986 studierte er an der Freien Universität Berlin Medizin und Philosophie. 1987 erfolgte die Promotion zum Dr. med. Nach seinem Postdoc am Neurophysiologischen Institut der Freien Universität schlug er einen für Mediziner eher ungewöhnlichen Forschungsweg ein und befasste sich mehr und mehr mit Medizin- und Wissenschaftsgeschichte. In diesem Gebiet habilitierte er sich 1994 an der Georg-August Universität Göttingen, bevor er für acht Jahre am Berliner Max-Planck-Institut für Wissenschaftsgeschichte arbeitete. Für seine Forschungen insbesondere zur Geschichte der Neurowissenschaften wurde er mehrfach geehrt: Er war Fellow unter anderem am Collegium Helveticum der ETH Zürich, am Zentrum für Literatur und Kulturforschung in Berlin und an der Maison des Sciences de l'homme in Paris. 2008 erhielt er den Sigmund-Freud-Preis für wissenschaftliche Prosa der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung, deren Mitglied er seit 2009 ist.

 
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