Veröffentlicht: 03.03.10
ETH-Rat

Statement für Grundlagenforschung

Der ETH-Rat fordert, dass im Forschungsförderungsgesetz die Grundlagenforschung ebenso gefördert wird wie die angewandte Forschung. Zudem ernannte er neue Professoren. Die Zuteilung der Mittel für 2011 für die Institutionen des ETH-Bereichs stellte er zurück, da er damit rechnet, dass der Bundesrat die Mittel kürzt.

Medienmitteilung ETH-Rat / nsn
(Bild: Peter Rüegg/ETH Zürich)
(Bild: Peter Rüegg/ETH Zürich) (Galerie)

An seiner Sitzung vom 1. und 2. März 2010 hat der ETH-Rat die strategische Planung 2012-2016 vorangetrieben. Wichtig ist ihm speziell die Grundlagenforschung, darunter die von der ETH Zürich geführte Umsetzung der Strategie Hochleistungsrechnen (HPCN). Solche Projekte sind gemäss ETH-Rat entscheidend, um in der Schweiz die Innovationskraft und die Wettbewerbsfähigkeit künftiger Industrien zu erhalten. Daneben müsse das von der Gesellschaft und Politik verlangte Wachstum bei der Ausbildung finanziert werden, was angesichts der aktuellen Budgetsituation des Bundes eine Herausforderung sei.

Grundlagenforschung fördern

Der ETH-Rat begrüsste den Entwurf für ein neues Forschungs- und Innovationsfördergesetz (FIFG). Es wird die rechtlichen Grundlagen an die heutige Realität anpassen. Für den langfristigen Erfolg von Wissenschaft und Innovation in der Schweiz hält es der ETH-Rat jedoch für entscheidend, dass die Grundlagenforschung im neuen Fördergesetz explizit erwähnt ist. Ihre Förderung soll mit jener der angewandten Forschung gleichwertig sein. Fritz Schiesser, Präsident des ETH-Rats, sagte, Grundlagenforschung sei Basis jeder Innovation und damit «eine echte Zukunftsversicherung für die Schweiz – und somit per se förderungswürdig».

Da internationale Forschungsprojekte und grenzüberschreitende Kooperationen immer wichtiger werden, fordert der ETH-Rat, dass die Förderagentur für Innovation des Bundes (KTI) in der internationalen Forschungsförderung die gleichen Kompetenzen erhält wie der Schweizerische Nationalfonds (SNF). Analog fordert er, dass die so genannten «Forschungsinstitutionen von nationaler Bedeutung» (zum Beispiel das Schweizer Zentrum für Elektronik und Mikrotechnik CSEM) durch das neue Gesetz finanziell nicht schlechter gestellt werden als heute.

Institutionen des ETH-Bereichs vertiefen Zusammenarbeit

Des weiteren hat der ETH-Rat festgestellt, dass die Institutionen des ETH-Bereichs ihre Zusammenarbeit im ETH-Bereich und mit anderen Hochschulen ausgebaut haben. Er hat zudem sein Projekt zur Stärkung des gemeinsamen Auftritts der Institutionen des ETH-Bereichs bestätigt. ETH-Ratspräsident Fritz Schiesser sagt dazu: «Die Zusammenarbeit der sechs Institutionen des ETH-Bereichs schafft für die Schweizer Volkswirtschaft einen grossen Mehrwert und trägt viel bei zur internationalen Attraktivität des Forschungsstandorts Schweiz. Unsere Umfragen zeigen, dass wir zwar die Marken der zwei Hochschulen und vier Forschungsanstalten nicht fusionieren sollen, aber unseren gemeinsamen Mehrwert besser darstellen müssen.»

Kürzungen des Bundes gefährden die Auftragserfüllung

Der ETH-Rat hat kurzfristig davon Kenntnis erhalten, dass der Bundesrat beabsichtigt, die von der Vierjahresplanung vorgesehene Jahrestranche 2011 substantiell zu kürzen. Daher hat der ETH-Rat die Mitteilzuteilung 2011 zurückgestellt. Gemäss ETH-Rat können zum Beispiel die Personalausgaben, die rund 70 Prozent des Budgets des ETH-Bereichs ausmachen, im bundesnahen Bereich nicht einfach gekürzt werden. Bedeutende Zahlungen des ETH-Rats sind zudem von der Politik für einzelne Projekte vorgeschrieben, so dass der Spielraum des ETH-Bereichs zu eng ist.

Paul L. Herrling, Vizepräsident des ETH-Rats und Leiter Corporate Research bei Novartis, sagte dazu: «Die Schweizer Wirtschaft ist auf Top-Nachwuchs aus der Grundlagenforschung und aus den angewandten Disziplinen des ETH-Bereichs angewiesen. Als Wirtschaftsvertreter freue ich mich über das Wachstum der Studierenden an den beiden ETH in relevanten Fächern. Die beiden ETH machen keine Qualitätsabstriche, benötigen dafür aber auch ausreichendes Personal und entsprechende finanzielle Mittel.»

Sechs neue Professoren

Auf Antrag von ETH-Präsident Ralph Eichler wählte der ETH-Rat folgende Personen zu ordentlichen Professoren der ETH Zürich:

  • Christophe Copéret (*1970), zurzeit CNRS Directeur de Recherche an der Université de Lyon in Frankreich, zum ordentlichen Professor für Oberflächen- und Grenzflächen-Chemie.
  • Stefanie Hellweg (*1971), zurzeit ausserordentliche Professorin für Ökologisches Systemdesign an der ETH Zürich, zur ordentlichen Professorin für Ökologisches Systemdesign.
  • Norbert Hungerbühler (*1964), zurzeit ordentlicher Professor für Mathematik an der Université de Fribourg, zum ordentlichen Professor für Mathematik und Ausbildung.
  • David J. Norris (*1968), zurzeit Professor für Chemical Engineering and Materials Science an der University of Minnesota in Minneapolis, USA, zum ordentlichen Professor für Material-Engineering.
  • Olivier Voinnet (*1972), zurzeit Directeur de Recherche am Institut de Biologie Moléculaire des Plantes du CNRS in Strassburg, Frankreich, zum ordentlichen Professor für RNA-Biologie.

Zudem ernannte der ETH-Rat:

  • Christian Wolfrum (*1972), zurzeit Assistenzprofessor für Obesity Research an der ETH Zürich, zum ausserordentlichen Professor für Translationale Ernährungsbiologie an der ETH Zürich.

Weiter nahm der ETH-Rat den Rücktritt folgender Professoren der ETH-Zürich auf den 31. Juli zur Kenntnis:

  • Pius Schubiger (*1945), ordentlicher Professor für Radiopharmazie am Institut für Pharmazeutische Wissenschaften an der ETH Zürich und Leiter des Zentrums für Radiopharmazie am Paul Scherrer Institut (PSI) und an der Klinik für Nuklearmedizin an der Universität Zürich.
  • Klaus Fröhlich (*1945), ordentlicher Professor am Institut für Energieübertragung und Hochspannungstechnologie und Leiter der Fachgruppe Hochspannungstechnologie.
  • Alfons Baiker (*1945), ordentlicher Professor für Chemie.
 
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