Veröffentlicht: 05.02.10
Konjunkturumfragen

Leichte Erholung auf niedrigem Niveau

Die Konjunkturforschungsstelle der ETH Zürich (KOF) befragte 13'000 Unternehmen aus der Industrie, dem Baugewerbe und dem Dienstleistungsbereich nach ihren aktuellen Wirtschaftsaussichten. Die Ergebnisse zeigen ein Ende der Rezession mit einer Erholung auf niedrigem Niveau.

Thomas Langholz
Konjunkturbarometer: Unternehmer beurteilen die Wirtschaftslage rosiger.
Konjunkturbarometer: Unternehmer beurteilen die Wirtschaftslage rosiger. (Galerie)

Die Schweizer Wirtschaft sieht die wirtschaftliche Entwicklung wieder etwas positiver. Zu diesem Ergebnis kommt die Umfrage der Konjunkturforschungsstelle der ETH Zürich (KOF) vom Januar. In der Industrie hat sich die Geschäftslage weiter verbessert. Die Produktion erholt sich nach eineinhalbjährigem Rückgang wieder ausgehend von einem sehr niedrigen Niveau. Dies entspricht den Ergebnissen von Umfragen in der EU. Der Bestellungseingang nahm starker zu als in den letzten beiden Monaten. Der Auftragsbestand ging nicht mehr zurück und die Produktion konnte erstmals seit Mitte 2008 wieder leicht erhöht werden. Ob dies auf das Auffüllen von leeren Lagern zurückzuführen ist oder schon einer erhöhten Nachfrage entspricht, kann auf Grund der Studie nicht beantwortet werden.

Ihre Wettbewerbsposition sehen die Schweizer Unternehmen in den letzten drei Monaten etwas geschwächt. Dies wahrscheinlich vor dem Hintergrund der Aufwertung des Schweizer Frankens gegenüber dem Euro und dem Dollar. Damit werden Exporte teurer. Bei der Beschäftigung ist keine Verbesserung in Sicht. Sollten sich die Nachfrage gemäss den KOF-Indikatoren erholen, so ist eventuell mit einem Abbau der Kurzarbeit zu rechnen.

Bauwirtschaft insgesamt positiv

In der Bauwirtschaft bewerten die Umfrageteilnehmer die Geschäftslage positiv, da sich der Auftragsbestand positiv entwickelt. Die Bausummen bei neuen Verträgen haben sich im Wohnungsbau etwas erholt. Von der Rezession getroffen sind vor allem Wirtschaftsbauten. Bei den öffentlichen Bauten sind die Bausummen dank der Konjunkturpakete des Bundes nur wenig zurückgegangen. Auch die Projektierungsbüros beurteilen die aktuelle Lage sehr positiv. Knapp die Hälfte der Firmen bewertet ihren Auftragsbestand als gut, lediglich 10 Prozent als schlecht. Der Auftragsbestand ist gegenüber der vergangenen Umfrage leicht gestiegen und liegt nun bei 9,2 Monaten.

Banken beantworteten die Frage nach der Geschäftslage erstmals seit einem Jahr als befriedigend. Insbesondere das Geschäft mit Kunden aus dem Inland entwickelte sich positiv. Entgegen dem allgemeinen Bild in den Medien, das vor allem die Grossbanken betrachtet, konnten die regionalen Banken von der Entwicklung profitieren. Die Nachfrageerwartungen sind jedoch eher schlecht. Vor allem Versicherungen rechnen mit einem Rückgang.

Einbruch in der Hotelerie

Die Dienstleistungsbranche beurteilt ihre Geschäftslage im Januar 2010 als gut. Sowohl die Nachfrage als auch die Erträge erhöhten sich in den vergangenen drei Monaten. Auch auf mittlere Sicht wird mit einer verbesserten Geschäftslage gerechnet. Im Detailhandel ist die Geschäftslage nach wie vor befriedigend. Trotz weniger Kunden rechnet der Handel mit leicht steigenden Umsätzen. Nicht so erfreulich sind die Aussichten beim Gastgewerbe. Es erlitt im 4. Quartal 2009 weitere Umsatzeinbussen in der Gastronomie als auch in der Hotelerie. Insbesondere der Einbruch bei den Übernachtungen verschlechterte die Lage. Die Zimmerbelegung liegt jedoch nach wie vor auf dem langjährigen Durchschnitt. Für die nächsten sechs Monate erwartet die Gastronomie eine unveränderte Geschäftslage.

 
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