Veröffentlicht: 11.12.09
ETH-Schulleitung

Roland Siegwart ist neuer ETH-Forschungschef

Die ETH Zürich hat einen neuen Vizepräsidenten für Forschung und Wirtschaftsbeziehungen: Roland Siegwart, Professor für autonome Systeme und international anerkannter Robotik-Experte. Siegwart verfügt über einen ausserordentlichen Leistungsausweis in Lehre, Forschung und Wissenstransfer.

Medienmitteilung der ETH Zürich
Roland Siegwart führt ab dem 1. Januar 2010 den Schulleitungsbereich Forschung und Wirtschaftsbeziehungen. (Bild Giulia Marthaler/ETH Zürich)
Roland Siegwart führt ab dem 1. Januar 2010 den Schulleitungsbereich Forschung und Wirtschaftsbeziehungen. (Bild Giulia Marthaler/ETH Zürich) (Galerie)

Auf Antrag von ETH-Präsident Ralph Eichler wählte der ETH-Rat Roland Siegwart zum neuen Vizepräsidenten für Forschung und Wirtschaftsbeziehungen (VPFW) der ETH Zürich. Siegwart, geboren 1959, ist Schweizer Staatsbürger und ein weltweit anerkannter Pionier der Robotikforschung. Er tritt sein neues Amt am 1. Januar 2010 an und folgt in dieser Funktion auf Peter Chen.

Forscherpersönlichkeit

Roland Siegwart ist seit Juli 2006 ordentlicher Professor für autonome Systeme an der ETH Zürich, wo er ursprünglich Maschinenbau studierte und 1989 auch seine Doktorarbeit schrieb. Nach einem Jahr als Postdoc an der Stanford Universität arbeitete er von 1991 bis 1996 parallel als Entwicklungschef der Firma Mecos Traxler AG und als Senior Scientist des Instituts für Robotik der ETH Zürich. 1996 folgte er dem Ruf als Professor für autonome Mikrosysteme an die ETH Lausanne (EPFL), wo er von 2002 bis 2006 Direktionsmitglied der Fakultät für Ingenieurwissenschaften und zudem Gründungsvorsitzender des Space Centers war.

2005 verbrachte er einen Forschungsaufenthalt am NASA Ames Research Center und an der Universität von Stanford. Roland Siegwart hat die Schweizer Ingenieurwissenschaften in zahlreichen namhaften nationalen und internationalen Organisationen der Forschungsförderung vertreten. Derzeit ist er Mitglied des Forschungsrates des schweizerischen Nationalfonds SNF und Experte der Internationalen Stiftung für Robotik (International Foundation of Robotics Research, IFRR).

Firmengründer

Mit seiner Forschung hat Roland Siegwart wichtige wissenschaftliche Grundlagen für die Entwicklung von autonomen mobilen Robotern gelegt. Zahlreiche Innovationspreise und Patente sowie seine Beteiligung an der Gründung von fünf Spin-offs im Bereich autonomer Roboter und Navigationssysteme unterstreichen Siegwarts Engagement für Wissenschaft, Technologie und Wissenstransfer. Insbesondere pflegt Siegwart den intensiven Austausch mit innovativen KMU in der Schweiz. «Wir sind sehr glücklich über die Wahl von Roland Siegwart, der sowohl als Forscher wie auch als Persönlichkeit mit besonderem Sensorium für die Innovationskraft kleiner und mittlerer Betriebe beindruckt», erklärt ETH-Präsident Ralph Eichler.

Engagierter Dozent

Als Studiendelegierter im Departement Maschinenbau und Verfahrenstechnik hat Siegwart neue Lehransätze für die Ingenieurausbildung entwickelt. Zusammen mit Lino Guzzella, Professor für Thermotronik, führte Roland Siegwart die von Professor Markus Meier initiierten Fokusprojekte weiter, die bei den Studierenden auf grosses Interesse stiessen und in den vergangenen Jahren dazu beigetragen haben, wieder vermehrt junge Menschen für ein Maschinenbaustudium an der ETH Zürich zu gewinnen.

2008 erhielt Roland Siegwart das «goldene Dreirad», eine jährlich verliehene Auszeichnung für familienfreundliche und vorbildliche Vorgesetzte an der ETH Zürich. «Der Ingenieur wählt sein Studium, weil er Produkte und Systeme kreieren will», sagt der neu gewählte Forschungschef der ETH Zürich. So entstanden im Rahmen der ingenieurwissenschaftlichen Fokusprojekte zahlreiche visionäre und kreative Produkte, die Studierende in den Werkstätten und Montagehallen der ETH in den letzten Jahren entwarfen, entwickelten und dann der staunenden Öffentlichkeit vorstellten: darunter das Rennauto «Pegasus» mit Hybridmotor, die helikopterartige fliegende Filmrolle «Reely», das autonome Segelboot «Avalon» oder der Roboterfisch «Naro».

«Die Industrie ist auf unser Know-how angewiesen»

Mit welchen Zielen startet nun der neue ETH-Forschungschef seine Tätigkeit? «Eine Besonderheit der ETH liegt in der Breite ihrer Forschung und ihres Wissens», sagt Roland Siegwart. «Ich finde, dies sollten wir vermehrt nutzen, indem wir künftig noch stärker als bisher mit interdisziplinären Projekten die grossen Herausforderungen der Gesellschaft ins Visier nehmen. Zudem ist die Industrie auf unser Know-how angewiesen.»

Die Herausforderungen, so der neue Vizepräsident, seien bekannt, es sind zum Beispiel die Energieversorgung der Zukunft, der Klimawandel, die Mobilität und die immer älter werdende Gesellschaft. «Die ETH hat die Möglichkeiten und die Chance, auf die drängenden Fragen der Zeit intelligente Antworten zu liefern. Ich möchte dazu beitragen, dass wir diese Chance wahrnehmen.» Roland Siegwart möchte als Vizepräsident Forschung ausserdem kleineren Industrieunternehmen den Zugang zur ETH erleichtern. «Im Wissensaustausch mit kleineren KMU liegt noch viel Potenzial für spannende und auch wirtschaftlich lohnende Resultate.»

Vizepräsident für Forschung und Wirtschaftsbeziehungen

Roland Siegwart führt ab dem 1. Januar 2010 den Schulleitungsbereich Forschung und Wirtschaftsbeziehungen. In dieser Funktion ist er für die Umsetzung der Forschungsergebnisse (Technologie-Transfer) und die Zusammenarbeit mit der Wirtschaft zuständig. Er genehmigt Forschungsverträge, welche die Einheiten der ETH Zürich (zum Beispiel Departemente, Institute, Laboratorien, Professuren) mit Dritten abschliessen und vertritt die Schulleitung in forschungspolitischen Gremien. Ihm unterstellt sind der Stab Wissenschaftskoordination, Euresearch Zurich, die Technologietransferstelle ETH transfer, das First Lab, das Functional Genomics Center sowie das Electron Microscopy Center der ETH Zürich (EMEZ).

 
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