Veröffentlicht: 21.10.09
Swiss Bridge Award

ETH-Krebsforscher ausgezeichnet

Bereits zum zweiten Mal in Folge geht der Swiss Bridge Award an einen ETH-Professor: Wilhelm Krek vom Institut für Zellbiologie wird für seine Grundlagenforschung an der Entstehung und Entwicklung von Nierenzellkrebs ausgezeichnet.

Peter Rüegg
Wilhelm Krek ist Co-Gewinner des diesjährigen Swiss Bridge Award (Bild: P. Iseli/ETH Zürich)
Wilhelm Krek ist Co-Gewinner des diesjährigen Swiss Bridge Award (Bild: P. Iseli/ETH Zürich) (Galerie)

  Wilhelm Krek, Professor für Zellbiologie der ETH, Matthias Egger von der Universität Bern und Stephen C. West von der britischen Cancer Research haben zusammen den diesjährigen Swiss Bridge Award in der Höhe von insgesamt 500.000 Franken erhalten. Die Stiftung ehrte die drei Forscher an ihrer 10. Vergabe gar zu «Jahrzehnte-Gewinnern», weil sie «bahnbrechende Forschungsarbeiten zum besseren Verständnis und zur Bekämpfung von Krebs» geleistet haben. Die Preisverleihung hat am Dienstagabend, 20. Oktober, in Zürich stattgefunden.

Nierenzellkrebs-Ursache erforscht

Wilhelm Krek, der 150.000 Franken der Preissumme erhielt, wurde für sein Projekt über die Wirkung des krebsunterdrückenden Proteins VHL auf Aneuploidie und Krebs geehrt. Erst vor kurzem (vgl. ETH Life vom 10.08.2009) hat seine Gruppe in Zusammenarbeit mit einer weiteren ETH-Forschungsgruppe zeigen können, dass VHL wichtig ist, damit bei der Zellteilung die Chromosomen korrekt auf die Tochterzellen verteilt werden. Funktioniert VHL nicht, produziert die Zelle zu wenig Mad2, ein Protein, das für die richtige Verteilung der Chromosomen auf die entstehenden Tochterzellen zuständig ist. Dadurch können Zellen entstehen, die entweder zu wenige oder zu viele Chromosomen enthalten. Solche aneuploiden Zellen gelten als Vorläufer von Zysten, die wiederum zu einem Nierenzellkarzinom führen können. Diese Krebserkrankung ist besonders aggressiv.

200.000 Franken erhält Matthias Egger, Direktor des Instituts für Sozial- und Präventivmedizin der Uni Bern für seine Arbeiten über AIDS-definierende Krebserkrankungen im südlichen Afrika im Zeitalter antiretroviraler Therapien. Weitere 150.000 Franken gehen an Stephen C. West für sein Projekt über die Wechselwirkung zwischen Krankheiten mit einer Prädisposition für Krebs. Dazu zählen Fanconi-Anämie, Bloom-Syndrom und BRCA2-Brustkrebs.

Für die Jubiläums-Preisausschreibung reichten Forscher und Forscherinnen 38 Projekte ein. Sechs kamen in die engere Auswahl, aus der die Jury drei Projekte auswählte.

Stiftung Swiss Bridge: Donatoren fördern Krebsforschung

SWISS BRIDGE geht zurück auf die Initiative des Geschäftsleiters Thomas Hoepli. Die Stiftung wurde mit Unterstützung der Krebsliga Schweiz 1997 gegründet mit dem Zweck, hochstehende in- und ausländische Forschungsprojekte, die im Kampf gegen Krebs neue Erkenntnisse erwarten lassen, durch private Donatoren aus dem Private Banking in der Schweiz finanziell zu unterstützen. Bisher schüttete die Stiftung insgesamt 5,6 Mio. Franken Preisgeld an rund 60 Forscherinnen und Forschern aus mehreren Ländern Europas aus.

 
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