Veröffentlicht: 01.09.09
StudentHostel Zürich-Altstetten

Mobilitätsstudenten mit neuem Dach über dem Kopf

Kaum eingeweiht, schon ausgebucht: Gestern wurde das neue Student Hostel in Zürich-Altstetten eröffnet, heute beziehen 169 Studentinnen und Studenten aus 36 Ländern sämtliche Zimmer des Wohnheims.

Peter Rüegg
Das Student Hostel bietet Austauschstudenten eine vorübergehende Bleibe in Zürich (Bild: F. Schmid / ETH Zürich).
Das Student Hostel bietet Austauschstudenten eine vorübergehende Bleibe in Zürich (Bild: F. Schmid / ETH Zürich). (Galerie)

Zürich ist eine tolle Stadt: hohe Lebensqualität, ausgezeichnete Bildungsmöglichkeiten an Hochschulen von Weltruf. Wäre da nicht die prekäre Wohnsituation, besonders für Austauschstudenten aus dem Ausland. Die Leerwohnungsziffer in Zürich beträgt derzeit nur gerade 0,05. Die Stiftung für studentisches Wohnen (SSWZ) hat nun Abhilfe geschaffen: Sie hat in Zürich-Altstetten ein Student Hostel mit 169 Zimmern bauen lassen, welches die am Bau Beteiligten gestern Nachmittag feierlich eröffneten.

In ihren Festreden betonten sowohl ETH-Rektorin Heidi Wunderli-Allenspach als auch Stadträtin Ruth Genner, wie wichtig dieses Projekt für die Bildungsstadt Zürich ist, weil es dem Austausch von Studierenden aus dem Ausland und damit den auf dem Platz Zürich gewonnenen Ideen und Knowhow dient. Und Sebastian Brändli, Generalsekretär des Hochschulamtes der Zürcher Bildungsdirektion, sagte, dass die Bologna-Reform die Mobilität der Studenten stärke, weshalb es wichtig sei, dass es Orte wie das Student Hostel gebe, wo Studierende wohnen und gemeinsam lernen können.

Tropfen auf den heissen Stein

VSETH-Präsident Daniel Stuber wies in seiner Ansprache darauf hin, dass der Bau des Hostels zwar sehr erfreulich, aber nur ein Tropfen auf den heissen Stein sei. Das Problem der Wohnungsnot sei trotz des Neubaus noch lange nicht gelöst, sagte er. Für Schweizer Studierende sei das Problem meist lösbar, nicht aber für Ausländerinnen und Ausländer, die sich erst mit den hiesigen Gepflogenheiten anfreunden müssten. «Hier müssen Zimmer vorhanden sein, wenn wir gute Mobilitätsstudierende in Zürich haben möchten», so Stuber.

Die 169 Zimmer des Student Hostels sind trotz ihrer geringen Grösse von zwölf Quadratmetern bereits ausgebucht. Zu den ersten Mietern gehören 41 Master- und 42 Austauschstudenten der ETH Zürich, drei Hausverantwortliche sowie 83 Studierende der Universität Zürich.

Ein Jahr lang spartanisch wohnen

Ein Zimmer kostet 500 Franken im Monat und ist einfach eingerichtet: ein Tisch, ein Stuhl, ein Bett mit Bettzeug, eine Waschgelegenheit sowie ein schneller Internet-Anschluss. Auf jedem Stockwerk befinden sich Etagenduschen und –Toiletten sowie ein Raum mit Waschmaschinen. Neben den Zimmern gibt es gemeinsam genutzte Räume wie den Aufenthaltsraum und die Küche. Die Zimmer und die gemeinschaftlich genutzten Räume sind durch ein Farbkonzept, das sich an der Polychromie von Le Corbusier orientiert, miteinander verbunden.

Das Hostel ist in U-Form gebaut und fügt sich gut in die städtische Umgebung von Altstetten ein. Der Innenhof des Wohnheims verbindet Wohnen und Natur - er soll zur ruhigen Oase für die Studierenden werden. Der Generalunternehmer spendete zur Eröffnung drei Eichen, die dereinst Schatten geben werden. Dank einer Luft-Wasser-Wärmepumpe und einem ausgeklügelten Lüftungssystem erreicht der Bau den Minergiestandard 2008.

Unter Hochdruck erstellt

Die Bauzeit dauerte rund ein Jahr. Ende Mai vor einem Jahr führte die ETH-Rektorin Heidi Wunderli-Allenspach auf einem Bagger sitzend den Spatenstich aus. (vgl. ETH Life). Dass sie das Mobilitätshaus fristgerecht einweihen konnte, habe auch damit zu tun, dass unzählige Institutionen, Fachpersonen, gute Geister und viele weitere das Projekt vorwärts getrieben und zum Abschluss gebracht haben, sagte sie an der Eröffnung.

Die Baukosten inklusive Landkauf belaufen sich auf rund 17,7 Millionen. Dazu beigetragen haben die ETH sowie Stadt und Kanton Zürich, die Woko und Beat Halter.

 
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