Veröffentlicht: 25.08.09
Wirtschaftspreis «Venturejob»

Lohn für neues Verfahren

ETH-Doktorand Konrad Papis ist zum ersten «Venturejob»-Kandidaten gekürt worden. Der Werkstoffingenieur kann ohne finanziellen Druck während eines halben Jahres ein neues Verfahren entwickeln, um Aluminium einfach und ohne Schwachstelle zu fügen.

Peter Rüegg
Adrian Burri überreicht Konrad Papis den «Venturejob». (Bild: awtec AG)
Adrian Burri überreicht Konrad Papis den «Venturejob». (Bild: awtec AG) (Galerie)

Die Firma «awtec AG für Technologie und Innovation» hat dieses Jahr zum ersten Mal den «Venturejob» verliehen. In den Genuss dieses Preises kommt der ETH-Werkstoffingenieur Konrad Papis. In seiner Doktorarbeit hat er ein Verfahren entwickelt, mit dem Aluminium gefügt werden kann, ohne dass Schwachstellen entstehen. Für den demnächst promovierten Werkstoffingenieur kommt die Anstellung im Rahmen des Venturejobs zum idealen Zeitpunkt, damit er sein Spezialwissen aus seiner Dissertation nutzen kann, um ein eigenes Unternehmen aufzubauen. Bei einer normalen Anstellung in der Industrie würde sein Wissen, das er im Labor für Metallphysik und Technologie (LMPT) der ETH Zürich erworben hat, brach liegen, ist der gebürtige Österreicher überzeugt.

Der «Venturejob» gibt Papis die Möglichkeit, seine Idee während sechs Monaten zu konkretisieren, und dies bei vollem Lohn. Dazu wird er die technologische Machbarkeit abklären, Marktstudien durchführen und Kontakte zu möglichen Industriepartnern knüpfen können. Nach einem halben Jahr wird analysiert, ob das Verfahren Potenzial hat und wie es weiter vermarktet werden soll.

Technologie mit Potenzial

Der «Venturejob» wurde dieses Jahr zum ersten Mal von der Firma «awtec AG für Technologie und Innovation» verliehen. Dass der ETH-Doktorand den Zuschlag erhielt, hatte laut Adrian Burri, Geschäftsleitungsmitglied und ETH-Alumnus, verschiedene Gründe: Er habe es geschafft, aus seiner akademischen Dissertation eine gute Marktidee zu entwickeln. Er sei sehr motiviert, sein Wissen am Markt umzusetzen und schliesslich habe die Technologie ein grosses Potenzial. Insgesamt haben sich 10 Kandidaten für den «Venturejob» beworben. Fünf kamen von der ETH und fünf sind bereits in der Industrie tätig. Eine Bewerbung stammt sogar aus den USA.

Der «Venturejob» ermöglicht es jungen Ingenieuren oder erfahrenen Berufsleuten, mit ihrem Spezialwissen oder ihrer Produktidee ein Geschäftsfeld zu erschliessen. Die awtec will so mithelfen, das Wissen, das an Hochschulen produziert wird, in marktfähige Produkte umzusetzen. Der «Venturejob» soll diesen Technologietransfer ermöglichen.

 
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