Rauschende Party in aller Stille
1500 tanzten am vergangenen Freitagabend auf der Polyterrasse. Davon war jedoch fast nichts zu hören, weil alle Tanzenden Kopfhörer trugen.
Unter einem grossen Schirm, der die halbe Polyterrasse überspannt, tanzen und
zucken Menschen zu Musik, die nur diejenigen hören, die Kopfhörer tragen. Farbiges
Licht und Laserblitze zucken. Ansonsten: Stille. So war sie, die «erste grosse Silent Party Zentraleuropas», die
«Headphoned», die am Freitag, 3.7., über die Bühne ging. 1500 Leute tanzten zu
Rhythmen, die ausserhalb des Partygeländes niemand hörte oder gar belästigte.
Organisiert wurde die Party vom VSETH aus Anlass des 140 Jahre-Jubiläums der ETH-Alumni-Vereinigung.
«Die Party war der Hammer», sagt Gerald Weber, Medienverantwortlicher der «Headphoned». Das Partyvolk bestand zu 60 Prozent aus Studierenden, zu 40 Prozent aus «hochschulfremden» Partygängern. Alumni hätten sich nur vereinzelt an die Party gewagt, bilanziert er.
Exklusive Infrastruktur
Die Organisatoren rechneten mit 2500 Gästen, gekommen sind 1500. Das lag teilweise am Eintrittspreis, der am Abend der Party noch immer stolze 42 Franken betrug. Die Tickets wurden nach dem System der holländischen Blumenauktionen verkauft, die ersten bei Beginn des Vorverkaufs waren teurer, der Preis sank von Tag zu Tag. Jeder Partygast sollte so viel zahlen, wie ihm der Event wert war. Mit dem Risiko, dass wer zu lange wartet, allenfalls kein Ticket mehr kaufen kann. Dem war jedoch nicht so.
Über den Eintrittspreis finanzierten die Organisatoren eine Party, die nicht nur eine teure Infrastruktur mit Kopfhörern und Riesenschirm hatte, sondern auch ein exklusives DJ Set mit Star DJane Sister Bliss (UK) und George Morel (USA). Die Studierenden boten etwas Einmaliges und wurden etwas schlecht belohnt für ihren Einsatz.
Was mit den Kopfhörern nun weiter geschieht, weiss Weber
noch nicht. Die Partyorganisatoren werden demnächst zusammensitzen, um darüber
zu beraten. Gut möglich, dass es weitere
Headphoned Partys geben wird, gemäss Tages-Anzeiger vielleicht auf dem
Uetliberg. Oder ein Silent Boat an der Street Parade. Aber der Gedanke der Stille lebt weiter.
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