Veröffentlicht: 25.06.09
Gentechnisch veränderter Weizen

Weizenfeld in Pully sabotiert

Auf das Feld mit gentechnisch verändertem Weizen in Pully haben Unbekannte am Dienstag einen Sabotageakt verübt mit dem Ziel, den Versuch zu zerstören.

MM / sda / per
Aussaat im März auf dem Versuchsfeld in Pully. (Bild: konsortium-weizen.ch)
Aussaat im März auf dem Versuchsfeld in Pully. (Bild: konsortium-weizen.ch) (Galerie)

Am 23. Juni stellte ein Team von Wissenschaftlern beim Feldexperiment in Pully (VD) fest, dass Vandalen Behälter mit unbekannter Flüssigkeit in das Feld geworfen hatten. Im Internet hat ein anonymer Aktivist die «Sabotage-Aktion» für sich beansprucht. Er oder sie will in der Nacht vom 22. Juni die Tat verübt haben.

Mitarbeitende der Agroscope Changins-Wädenswil ACW meldeten den Vorfall der Polizei, die nun ermittelt und den oder die Täter sucht. Ein amtliches Labor untersucht derzeit auch den Inhalt der Behälter. Die Auswertung eventueller Schäden kann, je nach Art der Flüssigkeit, mehrere Tage oder Wochen beanspruchen.

Was genau passiert ist, wissen die Projektverantwortlichen nicht. «Schäden sind keine sichtbar», sagte Arnold Schori, Leiter Ackerpflanzenzüchtung und genetische Ressourcen an der landwirtschaftlichen Forschungsanstalt Agroscope Changins-Wädenswil (ACW), die die Versuche betreut und in Zusammenarbeit mit der ETH Zürich durchführt.

Zweite Störaktion

Der ACW-Freisetzungsversuch in Pully läuft seit dem 17. März und umfasst eine Fläche von 950 Quadratmeter. Auf 350 Quadratmetern davon wurde gentechnisch verändertes Saatgut verwendet. In einem Monat etwa soll die Ernte eingefahren und weiter untersucht werden.

Eine weitere Fläche mit gentechnisch verändertem Weizen liegt auf dem Gelände der Agroscope Reckenholz Tänikon ART. Auch diesen Versuch wollten Gentech-Gegner zerstören, indem sie letztes Jahr auf die Fläche eindrangen, Pflanzen abschnitten und damit einen Teil der Auswertungen verunmöglichten. Dieses Jahr läuft dort die zweite Versuchsreihe, ohne dass es zu weiteren Zwischenfällen gekommen ist.

An den Versuchen mit gentechnisch verändertem Weizen ist die ETH im Rahmen des «konsortium-weizen» beteiligt. Das Konsortium setzt sich aus verschiedenen Hochschulen der Schweiz zusammen, die sich im Rahmen des NFP 59 die Risiken und Nutzen der Freisetzung von gentechnisch veränderten Pflanzen erforschen.

 
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