Veröffentlicht: 20.05.09
Villa Garbald

Fünf Jahre Denklabor

Am vergangenen Samstag feierte das Denklabor Villa Garbald in Castasegna im Bergell seinen fünften Geburtstag. Es wird von der ETH Zürich und der Universität Zürich unterstützt und dient dem wissenschaftlichen und kulturellen Austausch.

MM/tl
«Es bedurfte vieler vereinter Kräfte aus Politik und Hochschule im Umfeld der Fondazione Garbald, um den Betrieb des Hauses aufzubauen», sagte Gerd Folkers, Leiter des Collegium Helveticum, in seiner Jubiläumsansprache. Links im Bild: Vreni Müller-Hemmi, Präsidentin der Fondazione Garbald. (Bild: Giancarlo Cattaneo/ETH Zürich)
«Es bedurfte vieler vereinter Kräfte aus Politik und Hochschule im Umfeld der Fondazione Garbald, um den Betrieb des Hauses aufzubauen», sagte Gerd Folkers, Leiter des Collegium Helveticum, in seiner Jubiläumsansprache. Links im Bild: Vreni Müller-Hemmi, Präsidentin der Fondazione Garbald. (Bild: Giancarlo Cattaneo/ETH Zürich) (Galerie)

Die Fondazione Garbald konnte das Kulturdenkmal Villa Garbald des Architekten Gottfried Semper (1803–1879) nach sorgfältiger Renovation und Erweiterung um einen Wohnturm, den «Roccolo», im Frühling 2004 als Denklabor Villa Garbald eröffnen. Seither wird die Villa Garbald als Tagungs- und Denkort für Workshops, Retraiten und Seminare genutzt. Jetzt feierte das Denklabor seinen fünften Geburtstag. Gerd Folkers, Leiter des Collegium Helveticum, beschrieb vor den Gästen aus Politik, Forschung und Wirtschaft die Entwicklung des Denklabors: «Nach der Gründung im Jahre 2004 bedurfte es vieler vereinter Kräfte aus Politik und Hochschule im Umfeld der Fondazione Garbald, um den Betrieb des Hauses aufzubauen und ihn im Sommer 2007 in eine erste stabile Phase zu führen. Nun gilt es, aus der Start-up-Phase herauszutreten und eine Konsolidierungsphase einzuleiten, an deren Ende ein selbst tragendes Unternehmen steht.»

Kein Geheimtipp mehr

Seit 2008 ist das Denklabor Villa Garbald ein Projekt am Collegium Helveticum, das von der ETH und der Universität Zürich getragen wird. Mit einem Veranstaltungsprogramm fördern die Fondazione Garbald und das Denklabor Villa Garbald gemeinsam mit der Regione Bregaglia den Dialog zwischen der Bevölkerung des Bergells und den Gästen aus aller Welt. Vreni Müller-Hemmi, Präsidentin der Fondazione Garbald, betonte in ihrer Rede, dass sich die Villa Garbald als interessante Begegnungsstätte herumgesprochen habe: «Fünf Jahre nach der Eröffnung ist das Denklabor Villa Garbald kein Geheimtipp mehr. Letztes Jahr haben rund 25 wissenschaftliche Gruppen hier gearbeitet und wir konnten rund 1000 Übernachtungen verbuchen. Die Villa Garbald entwickelt sich damit auch vom betrieblichen Aspekt her gesehen erfreulich, was auch wirtschaftlich positive Auswirkungen fürs Bergell hat.»

Projekte aus Kunst, Musik und Kultur

Das Denklabor fördert und unterstützt verschiedenste Projekte. Das Projekt «Familiengeschichte/n» erforscht die Geschichte des Bergells zusammen mit lokalen-regionalen Forscherinnen und Forschern. Es wird als Forschungsprojekt in «Oral History» über den Beirat des Denklabors mit der Universität Basel verbunden.

Im Herbst 2009 findet der zweite Teil der Musikveranstaltung «Berührungen» statt. Dieses Projekt wird in Zusammenarbeit von wissenschaftlichen Mitarbeitern des Collegium Helveticum und Dozenten der Zürcher Hochschule der Künste durchgeführt.

In Vorbereitung ist ein Comic des Autorenpaares Andrea Caprez/Christoph Schuler mit dem Titel «Die Malojaschlange». Die Geschichte spielt zwischen Maloja und Castasegna. Der Comicband wurde exklusiv zum fünfjährigen Geburtstag des Denklabors Villa Garbald produziert.

Neuer Auftritt im Web

Seit diesem Frühjahr sind die Webseiten der Fondazione Garbald und des Denklabors Villa Garbald auf Italienisch und auf Deutsch im Netz. Die Webseite der Fondazione Garbald beschreibt die Geschichte der Villa Garbald, die Aufgaben und Tätigkeiten der Stiftung sowie das Seminarzentrum. Auf der Webseite des Denklabors Villa Garbald finden Interessierte die Projekte und Veranstaltungen des Denklabors, die mit dem Collegium Helveticum verknüpft sind.

Vreni Müller-Hemmi freut sich auf die weitere Entwicklung der Villa Garbald: «Ich kann so fünf Jahre nach Eröffnung eine erfreuliche Bilanz ziehen und ich danke im Namen des Stiftungsrats allen für die bisherige gute Zusammenarbeit. Wir freuen uns, diese lebendige Partnerschaft Fondazione Garbald - Bergell – Kanton Graubünden in den nächsten fünf Jahren weiter zu entwickeln und zu stärken.»

 
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