Unter der glänzenden Polytur: Kultur des Scheiterndürfens

Obwohl ich nicht Wissenschaftlerin bin, habe ich diesen Artikel mit wachsendem Interesse gelesen. Und versucht, mir das vorzustellen. Schwierig! Eine Kultur des (auch) Scheiternkönnens/-dürfens. Da man von den Wissenschaftlern schwerlich erwarten kann, dass sie sich darum reissen im ETH Life breitzuschlagen, wo sie gescheitert sind oder sich verrannt haben, müsste die Initiative vielleicht von den Journalisten ausgehen. Wie aber verhindern, dass ein solcher/eine solche, der/die dies wagt und es geschafft hat, die nötigen Informationen zu beschaffen, auch gleich zu Tode getrampelt resp. auf allgemeinen Wunsch der Wissenschaftler-Gemeinde umgehend entsorgt wird?

Nein. Ich denke die Initiative müsste wirklich von den Wissenschaftlern ausgehen. Das Problem beim Schwarzmalen scheint mir, dass das jeweils nur zu gern von Aussenstehenden übernommen wird - sobald nur ein Fitzelchen von Misserfolg irgendwie irgendwo in der Öffentlichkeit eingestanden wird. Also müsste diese Öffentlichkeit, insbesondere die Stakeholder (in der Tat, welch ein Unwort - Leo bietet: Akteure / Anspruchberechtigte / Interessenvertreter; ich optiere für Akteure, obwohl auch dies ein Fremdwort ist), ebenfalls umdenken. Kann sie aber erst, wenn die Wissenschaftler geschlossen Widerstand bieten. Also, wer fängt nun an und bringt die Sache ins Rollen? Und riskiert dabei womöglich Kopf und Kragen? Sie sehen, ich halte die Sache für sehr schwierig. Aber unbedingt bedenkens- und (unter Wissenschaftlern) diskutierenswert. An die Arbeit, Leute! (Ich als Nicht- Betroffene kann entspannt zurücklehnen und neugierig darauf warten, was uns nächste Woche hinsichtlich Tunnelblicker erwartet.) PS: Meine Unterstützung hätten Sie, sollte es zu einem Kulturwechsel kommen.

Margaret Pavletic - 08.12.08

Artikel lesen