Veröffentlicht: 18.11.08
Tochtertag

Erfahren, was die Eltern so tun

Am Tochtertag haben Sina (10), Carlotta (11) und Talia (10) miterleben können, wie es im Alltag ihres jeweiligen Elternteils an der ETH Zürich zu geht, was sie zu tun haben und wie sie arbeiten. Darüber hinaus haben sie einen Einblick in die Forschung verschiedener Bereiche der ETH erhalten.

Carlotta (11 Jahre) und Talia Ulmer (10 Jahre), Sina Rüegg (10 Jahre)
Ralph Bärtschi und seine Tochter Loret beim Zusägen von Bauteilen für den Mauerbau-Roboter.
Ralph Bärtschi und seine Tochter Loret beim Zusägen von Bauteilen für den Mauerbau-Roboter. (Galerie)

Am Donnerstag hiess es früher aufstehen als sonst, denn wir haben unseren Vater beziehungsweise unsere Mutter zur Arbeit begleitet. Sie arbeiten an der ETH bei Corporate Communications (CC) und schreiben dort in erster Linie Artikel für "ETH Life", aber auch für das Magazin "Globe" und das "ETH Life Print".

Erst haben wir uns gelangweilt, weil die Eltern E-Mails lesen und beantworten mussten. Dann gab es jedoch eine Führung zu allen Gruppen von CC, bei der wir Einblick in die Arbeit der verschiedenen Bereiche bekamen. Zuerst haben wir die Media Relations besucht. Dort haben sie uns erzählt, dass bei ihnen viele Anfragen von aussen eintreffen. Beispielsweise hat bei ihnen jemand nachgefragt, ob es eine Professorin oder einen Professor gebe, die wüssten, wie viel Deo-Spray dorthin trifft, wo er hin soll und wie viel einfach in die Luft versprüht wird - das fanden wir ziemlich komisch.

Mauernder Roboter

Als wir alle Bereiche von CC gesehen hatten und erfahren haben, was sie alle so machen, sind wir auf den Hönggerberg gefahren, wo unsere Eltern einen Interviewtermin mit Leuten hatten, die im Departement für Architektur einen Roboter so konstruiert haben, dass er Mauern bauen kann. Dafür haben sie sogar ein "Goldenes Kaninchen" auf der Biennale in Venedig erhalten.

Wir hatten Glück und konnten zusehen, wie der Roboter arbeitet, denn Ralph Bärtschi bediente gerade den Roboter, um seiner Tochter zu zeigen wie er funktioniert. Er baute mit Styropor-Backsteinen eine kleine Mauer. Der Roboter wirkte so schnell und stark, dass es fast ein bisschen unheimlich war ihm zuzusehen. Er kann gerade oder gewellte Mauern bauen. Ein Computer sagt ihm, wie er die Mauern bauen soll. Der Roboter kann bis 103 Kilogramm schwere Lasten tragen. Wenn er in seinem Programm einen Fehler hat, zerstört er seine eigene Mauer. Es war sehr interessant.

Dann war es auch schon Zeit zum Mittagessen in der Chemie-Mensa. Danach sind wir wieder in das Hauptgebäude zurückgekehrt, wo wir am Nachmittag für das offizielle Tochtertagprogramm der ETH angemeldet waren. Einblick in die Forschung gab es für uns Töchter sowohl auf dem Hönggerberg als auch im Zentrum. Insgesamt nahmen rund 50 Töchter teil. Entweder haben an der ETH fast alle nur Jungs, oder in unserem Alter gibt es da kaum Mädchen…

Supermagnet faszinierte

Am Treffpunkt ETH Zentrum haben sie uns in zwei Gruppen aufgeteilt, weil wir sonst zu viele gewesen wären. Dann sind wir losgelaufen und haben als erstes eine Frau besucht, die uns ein bisschen was über ihre Forschungsarbeit mit Flugzeugen, die in der Zukunft Kameras transportieren sollen, die beispielsweise Fussballspieler während des Spiels aus nächster Nähe filmen können, erzählt.

Danach hat uns eine andere Frau erzählt, dass sie gerade ein spezielles Videoüberwachungssystem für den LHC des CERN entwickelt. Dort gibt es Kameras die alles überwachen und wenn sie eine Gefahr sehen, melden sie es gleich an einen Computer weiter. Der meldet das dann einem anderen Computer und zuletzt geht es dann an einen weiteren Computer, der die Maschine abstellen kann. Die Frau versucht herauszufinden, wie das Alarmsystem funktionieren kann, auch wenn ein Computer ausfällt.

Im Anschluss daran sind wir ins Uni-Spital gegangen, wo wir einen Magneten gesehen haben, der ein sehr starkes Magnetfeld (acht Tesla) erzeugte, und mit dessen Hilfe man die Weichteile von Menschen darstellt. Dadurch werden beispielsweise Tumore gefunden. Wir haben dort ein Experiment gemacht, und zwar haben wir einen Faden an eine Schere gebunden und dann sind wir nah an den Magnet, und die Schere ist uns fast aus der Hand geflogen. Am Ende des Programms waren wir müde, aber glücklich und zufrieden, es gab dann eine kleine Erfrischung.

Schöne Wissenschaft, coole ETH

Wissenschaft ist schön, aber ob ich das mache, wenn ich gross bin, weiss ich nicht, weil ich mir noch nicht sicher bin, was ich werden will. Journalistin fand ich spannend,  denn bei diesem Beruf lernt man viele Menschen kennen. (Talia)

Ich fand den Tag sehr schön und am besten hat mir das mit dem CERN gefallen. Ich würde sehr wahrscheinlich lieber Forscherin sein als Journalistin werden, denn als Journalistin muss man Fragen stellen und das mache ich nicht so wahnsinnig gerne. (Carlotta)

Jetzt weiss ich, was mein Vater den ganzen Tag lang macht! Er muss Texte korrigieren, die auf Deutsch oder Englisch geschrieben sind, oder er schreibt selbst lange Texte über neuste Forschungsergebnisse. Es muss sehr anstrengend sein. Aber es ist megacool an der ETH Zürich. (Sina)

Im Ganzen fanden wir den Tag sehr schön und wir würden es gerne noch mal machen."

 
Leserkommentare:
Wir sind an Ihrer Meinung interessiert. Bitte schreiben Sie uns: