Hoch dotierter Preis für ETH-Alumnus
Tobias Nef erhält von der Hans-Eggenberger-Stiftung 110‘000 Franken für den Armtherapie-Roboter ARMin, den er an der ETH und der Universität Zürich mit Professor Robert Riener entwickelt hat.
Fünf Prototypen der neusten Version des Arm-Roboters haben ETH und Universität Zürich bisher gebaut. Vier davon sind in Spitälern in der Schweiz im Einsatz, der fünfte in Washington DC. Dort, am National Rehabilitation Hospital und an der Catholic University of America, forscht Preisträger Tobias Nef zur Zeit mit Unterstützung des schweizerischen Nationalfonds als Postdoktorand. Den Therapieroboter ARMin hat er in Zürich mit Robert Riener, Professor am Labor für Sensomotorische Systeme der ETH und der Universität Zürich, entwickelt.
Der Hans-Eggenberger-Preis setzt sich zusammen aus 10‘000 Franken für Nefs hervorragende Doktorarbeit und 100‘000 Franken zur Weiterentwicklung des Roboters ARMin. Dieser unterstützt Schlaganfallpatienten in ihrer Therapie. Oft haben Menschen nach einem Schlaganfall Mühe, Arm und Hand zu bewegen. Sie müssen einfache Handgriffe, etwa um zu essen, zu trinken und sich anzukleiden, neu erlernen. Bei dieser aufwändigen Therapie kann sie der Roboter unterstützen.
Tests an achtzig Personen
ARMin ist ein Roboterarm, der mit Arm und Hand eines Patienten verbunden wird. Sensoren messen die Muskelaktivierungen, mit Motoren unterstützt ARMin die gemessenen Bewegungen. In ersten Studien an der Universitätsklinik Balgrist konnten Test-Patienten ihre Arme nach der Robotertherapie wesentlich besser bewegen. Nun testen die Wissenschafter die Maschine an achtzig Patienten in der Schweiz.
Nef wurde von der Biomedizinischen Fakultät der Catholic University in Washington DC auf das Jahr 2009 zum Professor berufen. „Der Gewinn des Hans-Eggenberger-Preises erlaubt mir nun, die nächsten zwei Jahre auf meinem Gebiet frei zu arbeiten“, sagt Nef. Er arbeitet zur Zeit daran, den Roboter so zu erweitern, dass dieser künftig nebst dem Arm eines Patienten auch dessen Hand stärker ins Therapietraining einbinden kann.
Die Kooperation mit Zürich führt Nef weiter. An der ETH arbeitet die Gruppe um Professor Robert Riener unter anderem daran, dass ARMin die Patienten in ihren Bewegungen nur so wenig wie wirklich nötig unterstützt, damit die Therapien den maximalen Effekt entfalten. Zudem soll das Bewegungsspektrum erweitert werden; Patienten sollen mithilfe des Roboters etwa wieder lernen, ein Glas einzuschenken.
Hans-Eggenberger-Preis
Der Preis der Hans-Eggenberger-Stiftung wird dieses Jahr zum ersten Mal vergeben. Er setzt sich zusammen aus zehntausend Franken für eine hervorragende Bachelor-, Master oder Doktorarbeit sowie bis zu hunderttausend Franken zur Unterstützung eines Forschungsprojekt in Zusammenhang mit der ausgezeichneten Arbeit. Der Preis soll jährlich vergeben werden, um junge Wissenschaftler und Ingenieure auf dem Gebiet der interdisziplinären Anwendung von Elektronik und elektrischer Energietechnik zu unterstützen.
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