„Architekturikone“ auf dem Hönggerberg eröffnet
Das jüngste Gebäude der Science City ist offiziell eröffnet. Der ETH-Alumnus Branco Weiss erzählte an der Feier, wie er dazu kam, den Bau mit 23 Millionen Franken zu unterstützen.
ETH-intern
wird das neue Gebäude schlicht „HIT“ genannt, der komplette Name lautet „Branco
Weiss Information Science Laboratory“, und Branco Weiss bezeichnet es als eine
Architekturikone. Am Freitag, 17. Oktober wurde das Gebäude auf dem Hönggerberg
offiziell eröffnet. Branco Weiss, der 23 Millionen Franken für den Bau gespendet
hat und selber an der ETH Chemieingenieur studiert hatte, hielt an der
Eröffnungsfeier eine Ansprache.
2002
habe er mit Olaf Kübler, dem damaligen Präsidenten der ETH, zu Mittag gegessen,
erzählte Weiss in seiner Rede. „Kübler hat vor sich hingemurmelt: ‚Science
City…‘. Das ist das einzige, an was ich mich noch erinnere.“ Bald darauf habe
ihm Gerhard Schmitt, in dieser Zeit Vizepräsident für Planung und Logistik, gesagt,
die Priorität in Science City liege auf dem HIT-Gebäude. Weiss habe gefragt:
„Gibt es dafür einen Kostenvoranschlag?“ Schmitt nannte eine Zahl, und Weiss
sagte: „Ich übernehme die Hälfte.“ Schmitt habe seinen Ohren nicht getraut.
Nun
durfte Schmitt, der selber Architekt ist, das Gebäude eröffnen. Besonders
erwähnte er das Energiekonzept des Hauses. Sensoren reagieren auf Witterung und
Sonnenstand. Die Balkone sind je nach Himmelsrichtung unterschiedlich tief und
dienen so auch als Sonnenschutz. Hinter dem Konzept steht das Architekturbüro
Baumschlager&Eberle,
welches den Wettbewerb um den Auftrag für sich entschieden hatte.
Bildschirme statt Flipcharts
Eröffnet
wurde auch das „Value Lab“, welches in das Gebäude integriert ist. Es sei „ein
besonderer Raum in einem besonderen Gebäude“, sagte Schmitt. In der Tat entspricht
dieser Seminarraum nicht den gängigen Vorstellungen. So fehlen Wandtafeln oder
Flipcharts. Stattdessen hängen drei entsprechend grosse Bildschirme an der
Wand. Am Freitag zierte zusätzlich ein hellblaues Stoffband die Bildschirme –
Rektorin Heidi Wunderli-Allenspach schnitt es durch und eröffnete damit symbolisch
den Raum.
Projektmanager
Remo Burkhard erklärte: „Gestartet hat das Projekt mit dem Wunsch, einen
Hörsaal der Zukunft zu bauen.“ Ein solcher habe nach wie vor eine Wand, an der
man zeichnen könne, und einen Tisch, an dem man arbeiten könne – aber beides
digital. So ist denn auch der Tisch im Value Lab keine gewöhnliche
Arbeitsfläche, sondern besteht aus zwei weiteren Grossbildschirmen.
Einer
der Bildschirme zeigt Singapur auf einer Karte von Google Maps. Kein Zufall,
denn in Singapur hat Burkhard Partner, mit denen er im Value Lab per
Videokonferenz zusammenarbeiten könnte. Um auf dem Bildschirm ein anderes Land
anzuzeigen, reicht es, mit dem Finger leicht darüber zu streichen, und schon
dreht sich die digitale Weltkugel – es sind Touchscreens.
Finanziert
wurde das Value Lab von der Baugarten-Stiftung. Es ist digital vernetzt mit dem
Siemens-Auditorium im selben Gebäude, welches wiederum von der
Werner-Siemens-Stiftung finanziert wurde. Von den 65 Millionen Franken, welche
der Bau des gesamten Gebäudes kostete, waren vierzig Prozent Drittmittel.
„Es geht erst richtig los“
In den Räumen sollen neue Arbeitsweisen entstehen, sagte Gerhard Schmitt, der das Projekt Value Lab geleitet hat. Bisher haben die Institute für theoretische Physik und Astronomie Räume im neuen Gebäude bezogen. „Wir haben mit diesem Bauwerk einen Punkt gesetzt“, sagte Schmitt. Es sei aber kein Schlusspunkt, „es geht erst richtig los.“ Die Science City auf dem Hönggerberg wird weiter wachsen.
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