Kreationismus: Statistiken

Ich fände es interessant, fair und nichts als wissenschaftlich, wenn man auch die (wissenschaftlichen) Fakten der Gegner anschauen würde! Auch und gerade dann, wenn man Professor ist. Wenn man fair wäre, würde man diese auch einräumen und erwähnen, ohne dazu aufgefordert zu werden, respektive sollte man dann Aussagen nicht zu absolut formulieren. Das würde für mich zu einem selbstkritischen Geist dazugehören. Vielleicht fehlt mir da aber noch ein bisschen GESS, bin nämlich noch im ersten Semester und konzentriere mich vorläufig auf das Überleben.

Nun, was ich anfügen wollte zum obigen Interview.
Ich gehe davon aus, dass das IHA-GfK Marktforschungsinstitut nicht von Kreationisten "infiltriert" ist. Darum, so nehme ich an, macht es vertrauenswürdige, wissenschaftliche Arbeit.

Nun hat der Verein pro Genesis noch nicht vor all zu langer Zeit eine Umfrage in Auftrag gegeben, um herauszufinden, ob es von einem Teil der Bevölkerung gewünscht wäre, die ET und/oder die Schöpfungsgeschichte in der Schule zu lernen. Die Absicht war natürlich herauszufinden, wieviele Leute die Schöpfungsgeschichte in der Schule haben möchten.
Die genaue Frage war: Was soll Ihrer Meinung nach im Biologie-Unterricht betreffend Herkunft des Lebens in den Schulen gelehrt werden?

Man erinnere sich kurz der obigen Aussage von Herrn Prof. Schmid-Hempel, dass 60 Prozent der Schweizer/innen für die ET, 25 Prozent der Schweizer/innen für die Schöpfung und 15 Prozent der Schweizer Unentschiedene sind bezüglich der Frage, "hinter was sie stehen". Ich denke nun, das alle, die diese Zahlen sehen, gerade auch davon ausgehen, dass die Verhältnisse in der "Unterrichtsfrage" gerade gleich seien.

Bei der (repräsentativen) Umfrage von Pro Genesis gab es eine Auswahl von drei Antworten, die vielleicht die Unentschiedenen (oder aber vielleicht auch die nichtextremen Leute) begünstigte, aber ein erstaunliches und den Aussagen von Herrn Prof. Schmid-Hempel widersprechendes Ergebnis erzielte:

a) Nur Evolution 215 (19,6 Prozent) b) Nur Schöpfung 53 (4,8 Prozent)
c) Beides gleichberechtigt 831 (75,6 Prozent)

Das zeigt zwei Trends, einerseits zu Gunsten aber gleichzeitig auch gerade zu ungunsten der Kreationisten. Es ist a.) nur gerade jeder zwanzigste, der die Evolutionstheorie komplett ablehnt (nicht jeder vierte) und b.) doch möchten drei Viertel alller Leute beides gleichberechtig an der Schule haben. (Hier der Link zur Umfrage: http://www.factum-magazin.ch/wFactum_de/natur/Schoepfung_Evolution/
2007_08_30_Schweiz_Umfrage_Schoepfungslehre.php)

Wenn ich Politiker wäre, würde ich die insgesamt vier Fünftel der Bevölkerung, die auch die Schöpfunglehre an der Schule gelehrt haben möchten, als meine potentiellen Wähler ansehen und das andere Fünftel, das rein ET gelehrt haben möchte, als Zweitpriorität betrachten.

Ich bin aber eigentlich nicht ein Fan solcher Zahlendiskussionen. Denn meistens sagen solche Zahlen (Statistiken) sowieso nicht viel über die Wahrheit aus, sind in ihrem Aussagewert eingeschränkt und als Argument in dieser Debatte würde ich sie nicht verwenden, denn ob etwas wahr ist oder falsch, wird nicht durch demokratische Entscheide entschlossen.

Wie schon Churchill sagte:"Ich glaube keiner Statistik, die ich nicht selbst gefälscht habe."

Simeon Reichen - 12.10.08

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