Kreationismus: Zu viele offene Fragen

Ich bin doch sehr empört von diesem Artikel. Solche Aussagen, wie "Kreationismus ist Unsinn" sind reine Behauptungen. Herr Schmid-Hempel äußert gerade mal eine Meinung, jedoch vermisse ich bestechende Fakten. Die bestechenden Fakten gibt es eigentlich nur auf Seiten der Kreationisten / ID-Anhänger, wie es hier so schön ausgedrückt wird, denn tatsächlich ist und kann die Evolutionstheorie nicht bewiesen werden, sondern man behauptet sie nur bewiesen zu haben. Allerdings benötigt es mindestens genau so viel Glauben, um die Evolutionstheorie für Richtig zu halten, wie wenn man an einen Gott und Schöpfer glaubt, nur dass dieser Glauben auch noch die Sinnfrage klärt.

Meiner Meinung nach, ist die Gegenüberstellung beider Meinungen (ich möchte fast sagen Glaubensrichtungen), ohne die eine oder die andere zu belächeln, der einzig richtige Weg. Nach dem man die Argumente der beiden Seiten geprüft hat, sollte jeder selbst entscheiden, was er glaubt. Ich persönlich bin Kreationist und auch sehr bewandert in der Biologie. Für mich, ist die einzig schlüssige und sinnvolle Erklärung der Biologie ein Schöpfer. Die Evolution hingegen lässt mir viel zu viele Fragen offen.

Was mich außerdem an diesem Artikel stört, ist der Fakt, dass Darwins Evolutionstheorie hier als der Weisheit letzter Schluss dargestellt wird, wobei sich sogar Evolutionisten einig sind, dass Darwin einige Denkfehler hatte. Heute beginnt die aktuelle Lehrmeinung nach der chemischen Evolution (aus den Elementen bildet sich die erste RNA / DNA / Zelle) mit der synthetischen Evolution. Und hier liegt meiner Meinung nach auch der Grund, warum Chemiker "anfälliger" für den Kreationismus sind: Die chemische Evolution ist für sie einfach untragbar und absolut unwahrscheinlich. Der Biologe interessiert sich hauptsächlich mit der synthetischen Evolutionstheorie, die, wenn Arten vorhanden sind. Die Darwin-Finken z.B. sind ein hervorragender Beweis nicht der Höherentwicklung, sondern der Spezialisierung, wie sie die synthetische Evolutionstheorie hervorragend erklärt. Daher ist es für einen Biologen durchaus möglich an die Evolution zu glauben, wenn er eine Anzahl an Arten voraussetzt und sich nicht um deren Herkunft kümmert. Aber eigentlich dachte ich nicht, hier als Kreationist die Vorgänge der Evolution erklären zu müssen und die Evolutionsfaktoren genauer zu beleuchten.

Alles in allem bin ich der Meinung, dass zu einer humanistischen Erziehung und Bildung durch die Schule immer eine möglichst umfangreiche Aufklärung gehört und einem selbst die Wahl gelassen werden sollte, was man glaubt, auch wenn man z.B. nur Klassenarbeiten / Klausuren über die Evolutionstheorie schreibt und nicht über die Schöpfung. Allerdings halte ich die Unterdrückung der Schöpfungslehre für äußert intolerant. Können wir uns das in unserer Gesellschaft heute noch leisten?

Benjamin Weinhold - 04.09.08

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