Veröffentlicht: 06.03.08
Zusammenarbeit zwischen ETH Zürich, EPFL und Microsoft

Gemeinsam „eingebettete“ Software entwickeln

Die ETH Zürich, die EPFL und Microsoft Schweiz wollen im Bereich „Embedded Software“ zusammenarbeiten. Zu diesem Zweck wird ein vorerst auf fünf Jahre angelegtes Forschungsprogramm lanciert, wie Vertreter der beiden technischen Hochschulen und des Industriepartners gestern in Bern vor den Medien erklärten.

Roman Klingler
Patrick Aebischer, Präsident EPFL, Peter Waser, Microsoft Schweiz, Ralph Eichler, Präsident ETH Zürich (v.l.)
Patrick Aebischer, Präsident EPFL, Peter Waser, Microsoft Schweiz, Ralph Eichler, Präsident ETH Zürich (v.l.) (Galerie)

Das Forschungsprogramm läuft unter dem Titel „Microsoft Innovation Cluster for Embedded Software“ (ICES) und sieht die Entwicklung von entsprechender Software und Prototypen vor. Microsoft will nach eigenen Angaben im ersten Jahr bis zu 1 Mio. Schweizer Franken in die Projektausschreibung investieren und für die weitere Dauer des Programms sind Investitionen in vergleichbarer Höhe vorgesehen, wie Peter Waser, General Manager von Microsoft Schweiz, in Aussicht stellte.

Startschuss im Herbst

Die fortschreitende Miniaturisierung von Prozessoren, Sensoren, Speichern und Kommunikationsmodulen erlaubt es, sie in Gegenstände aller Art einzubetten (=to embed). Schon heute steckt in vielen Anwendungen des Alltags intelligente Software, ohne dass sie für den Anwender sichtbar ist. Gemäss Zahlen aus dem Jahre 2005 wurden von insgesamt 9 Milliarden Prozessoren lediglich 200 Millionen für Computer im engeren Sinn verwendet. Die meisten Prozessoren wurden in von „embedded Software“ gesteuerte Anwendungen eingebaut. Für sicherheitskritische Systeme (zum Beispiel Medizinische Überwachung von Körperfunktionen) müsse die Software zuverlässiger werden, was weitere Forschung notwendig mache, betont Prof. Jürg Gutknecht, Vorsteher des Departements Informatik.
Jürg Gutknecht ist Mitglied des fünfköpfigen Steuerungsausschusses, der über die Vergabe der Projektgelder entscheidet. Für die EPFL sitzt Prof. Willy Zwaenepoel, Vorsteher der Fakultät für Informations- und Kommunikationswissenschaften, im Gremium. Das ICES-Projekt soll noch diesen Herbst starten, bis Anfang Juli will man die ersten Projekte ausgewählt haben. Es seien verschiedenste Forschungsprojekte unter ICES denkbar, von der Doktoratsarbeit bis hin zu gemeinsamen Aktivitäten der beiden Hochschulen mit Industriepartnern, so Zwaenepoel. Was die Frage des geistigen Eigentums angeht, so wollen die Projektpartner angesichts der Vielfalt förderungswürdiger Projekte von Fall zu Fall entscheiden.

Informatikstudium attraktiver machen

Verbunden mit dem Forschungsprogramm ist nicht nur die Hoffnung, neue Software zu entwickeln, die sich dann irgendwann in besseren und intelligenteren Produkten niederschlägt. Vor dem Hintergrund des allseits beklagten Mangels an IT-Spezialisten und den Schwierigkeiten, mit denen die Hochschulen hierzulande kämpfen, Studierende für Informatik zu interessieren, könne die ICES-Initiative mithelfen, das Informatikstudium wieder attraktiver zu machen, betonten die Präsidenten den beiden ETH, Prof. Ralph Eichler und Prof. Patrick Aebischer.
Nach Angaben von Microsoft ist es durchaus denkbar, die Forschungsinitiative auszuweiten. Insbesondere sei man offen, auch weitere universitäre Partner wie auch Industriepartner in die Initiative aufzunehmen, erklärte Microsoft-Chef Peter Waser. Die nächsten Jahre werden zeigen, ob sich das nun initiierte Modell der Zusammenarbeit zwischen den beiden ETH und Microsoft bewährt und auf weitere Partner ausgedehnt werden soll.

 
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