„Yellow Submarine“ gewinnt Wettbewerb
Mit dem Projekt „Yellow Submarine“ gewinnt der junge Zürcher Architekt Fawad Kazi den Wettbewerb, den die ETH Zürich für einen Neubau an der Leonhardstrasse durchgeführt hat. Das Siegerprojekt überzeugt durch seine städtebaulichen Qualitäten. Es kann nun – zusammen mit den andern eingereichten Projekten – an einer Ausstellung an der ETH Zürich besichtigt werden.
Die ETH Zürich beabsichtigt, an der Leonhardstrasse gegenüber
dem Bürgerasyl ein neues Gebäude zu erstellen. Dort soll das im Jahr 2004
gegründete Departement Management, Technologie und Ökonomie (D-MTEC) Raum
finden, um sich weiterzuentwickeln. Neben Büro- und Forschungsräumen sind im
Neubau ein Informations- und Kommunikationszentrum des D-MTEC geplant.
Ausserdem soll die renommierte Graphische Sammlung der ETH Zürich, die sich
heute im E-Stock des Hauptgebäudes befindet, an der publikumsfreundlichen
Lage neue Räumlichkeiten beziehen.
Der Neubau steht im Einklang mit dem Entwicklungsplan für das
Hochschulgebiet. Der sogenannte Masterplan, den Universität und ETH Zürich
zusammen mit Stadt und Kanton erarbeitet haben, soll den Ausbau der beiden
Hochschulen gewährleisten. Er ist die Grundlage für die Entwicklung der
Infrastruktur über die nächsten 25 Jahre. Der Masterplan wurde im Herbst 2006
der Öffentlichkeit vorgestellt; im Dezember 2007 hat der Kantonsrat die
notwendigen Anpassungen im Richtplan vorgenommen, damit er umgesetzt werden
kann.
Siegerprojekt „Yellow Submarine“
Um ein ideales Neubauprojekt zu realisieren, hat die ETH
Zürich als Bauherrin einen offenen zweistufigen und anonymen Wettbewerb
ausgeschrieben. Daran haben sich
38 Teams aus dem In- und Ausland beteiligt. Gewonnen hat das Projekt „Yellow
Submarine“ des jungen Zürcher Architekten Fawad Kazi, das sich ausgezeichnet in
den übergeordneten städtebaulichen Kontext einfügt. Es nimmt besondere
Rücksicht auf die Nachbargebäude Gull-Haus, Altes EMPA-Hauptgebäude, Bürgerasyl
und Pfrundhaus, die im Inventar der schützenswerten Bauten der Stadt Zürich
erfasst sind.
„Das Siegerprojekt bietet eine äusserst überzeugende Antwort
auf die städtebauliche Fragestellung“, heisst es im Jurybericht. „Ohne
übertriebene Gliederungen des Bau-körpers im Strassenraum und ohne fragwürdige
Referenzen zum Semperbau des ETH-Hauptgebäudes behauptet sich das
vorgeschlagene Gebäude hervorragend im vielschichtigen Strassenraum, ohne
unangemessen hervorzutreten.“ Das Projekt sieht für den Neubau einen
markant gestuften Gebäudekörper vor. Durch den niedrig angesetzten Nordtrakt kommt das dahinter
gelegene denkmalgeschützte Gull-Haus schön zur Geltung. Das Dach des
Nordtraktes bietet als „Stadtgarten“ einen Ort der Begegnung für Studierende
und Mitarbeitende.
Junges Architektenteam
Das Preisgericht freut sich, dass
mit dem Siegerprojekt einem jungen Architektenteam die Gelegenheit gegeben
wird, Erfahrungen zu sammeln und sich mit einem grösseren Projekt zu
etablieren. Der
36jährige Fawad Kazi schloss 1999 sein Studium an der ETH Zürich mit einer
Diplomarbeit bei Prof. Hans Kollhoff ab. Nach zwei Jahren Mitarbeit im Büro von
Prof. Adolf Krischanitz in Wien gründete er 2001 in Zürich sein eigenes Architekturbüro.
Zum Projektteam gehören der Architekt Michael Flury aus Solothurn und die Firma
Ghisleni Planen Bauen GmbH aus Rapperswil. Im Planungsteam vertreten sind auch
die Firmen Amstein + Walthert AG aus St. Gallen für Nachhaltigkeit und Gebäudetechnik
und Walt + Galmarini AG aus Zürich für die Statik.
Wenn alles plangemäss läuft, soll
der Neubau 2012 bezogen werden. Für die Umsetzung muss allerdings der private
Gestaltungsplan aus dem Jahr 1990 geändert werden. Ein Abbruch der drei
bestehenden Gebäude ist auf Herbst 2009 geplant. Parallel dazu wird das
Siegerteam sein Projekt weiterbearbeiten, den repräsentativen Charakter der Fassade verstärken und den
öffentlichen Charakter des Gebäudes verbessern.
Das Siegerprojekt und alle anderen eingegangenen
Projektvorschläge können in einer Ausstellung in der Haupthalle der ETH Zürich
besichtigt werden, die von der Abteilung Bauten zusammen mit dem Institut gta
realisiert worden ist.
Hinweis
Ausstellung „Neubau Oberer
Leonhard – Resultate des Projektwettbewerbs“
27.2.–12.3.2008; ETH Zürich, Zentrum, Haupthalle, Rämistrasse 101, Zürich
Öffnungszeiten
Montag-Freitag 8.00–21.00; Samstag 8.00–16.00; Sonn- und Feiertage
geschlossen
Eröffnung
Dienstag, 26.2.2008, 18.00 Uhr
Begrüssung durch Markus Meier Joos, Direktor
Infrastrukturbereich Immobilien der ETH Zürich; Kurzreferate von Regula Iseli,
Architektin, Amt für Städtebau der Stadt Zürich, Jurymitglied und Fawad Kazi,
Architekt, Gewinner des Projektwettbewerbs
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