Veröffentlicht: 25.02.08
Ausstellung zum Neubau-Projekt Oberer Leonhard

„Yellow Submarine“ gewinnt Wettbewerb

Mit dem Projekt „Yellow Submarine“ gewinnt der junge Zürcher Architekt Fawad Kazi den Wettbewerb, den die ETH Zürich für einen Neubau an der Leonhardstrasse durchgeführt hat. Das Siegerprojekt überzeugt durch seine städtebaulichen Qualitäten. Es kann nun – zusammen mit den andern eingereichten Projekten – an einer Ausstellung an der ETH Zürich besichtigt werden.

Roland Baumann
Modell des Siegerprojektes
Modell des Siegerprojektes (Galerie)

Die ETH Zürich beabsichtigt, an der Leonhardstrasse gegenüber dem Bürgerasyl ein neues Gebäude zu erstellen. Dort soll das im Jahr 2004 gegründete Departement Management, Technologie und Ökonomie (D-MTEC) Raum finden, um sich weiterzuentwickeln. Neben Büro- und Forschungsräumen sind im Neubau ein Informations- und Kommunikationszentrum des D-MTEC geplant. Ausserdem soll die renommierte Graphische Sammlung der ETH Zürich, die sich heute im E-Stock des Hauptgebäudes befindet, an der publikumsfreundlichen Lage neue Räumlichkeiten beziehen.
Der Neubau steht im Einklang mit dem Entwicklungsplan für das Hochschulgebiet. Der sogenannte Masterplan, den Universität und ETH Zürich zusammen mit Stadt und Kanton erarbeitet haben, soll den Ausbau der beiden Hochschulen gewährleisten. Er ist die Grundlage für die Entwicklung der Infrastruktur über die nächsten 25 Jahre. Der Masterplan wurde im Herbst 2006 der Öffentlichkeit vorgestellt; im Dezember 2007 hat der Kantonsrat die notwendigen Anpassungen im Richtplan vorgenommen, damit er umgesetzt werden kann.

Siegerprojekt „Yellow Submarine“

Um ein ideales Neubauprojekt zu realisieren, hat die ETH Zürich als Bauherrin einen offenen zweistufigen und anonymen Wettbewerb ausgeschrieben. Daran haben sich
38 Teams aus dem In- und Ausland beteiligt. Gewonnen hat das Projekt „Yellow
Submarine“ des jungen Zürcher Architekten Fawad Kazi, das sich ausgezeichnet in den übergeordneten städtebaulichen Kontext einfügt. Es nimmt besondere Rücksicht auf die Nachbargebäude Gull-Haus, Altes EMPA-Hauptgebäude, Bürgerasyl und Pfrundhaus, die im Inventar der schützenswerten Bauten der Stadt Zürich erfasst sind.
„Das Siegerprojekt bietet eine äusserst überzeugende Antwort auf die städtebauliche Fragestellung“, heisst es im Jurybericht. „Ohne übertriebene Gliederungen des Bau-körpers im Strassenraum und ohne fragwürdige Referenzen zum Semperbau des ETH-Hauptgebäudes behauptet sich das vorgeschlagene Gebäude hervorragend im vielschichtigen Strassenraum, ohne unangemessen hervorzutreten.“ Das Projekt sieht für den Neubau einen markant gestuften Gebäudekörper vor. Durch den niedrig angesetzten Nordtrakt kommt das dahinter gelegene denkmalgeschützte Gull-Haus schön zur Geltung. Das Dach des Nordtraktes bietet als „Stadtgarten“ einen Ort der Begegnung für Studierende und Mitarbeitende.

Junges Architektenteam

Das Preisgericht freut sich, dass mit dem Siegerprojekt einem jungen Architektenteam die Gelegenheit gegeben wird, Erfahrungen zu sammeln und sich mit einem grösseren Projekt zu etablieren. Der 36jährige Fawad Kazi schloss 1999 sein Studium an der ETH Zürich mit einer Diplomarbeit bei Prof. Hans Kollhoff ab. Nach zwei Jahren Mitarbeit im Büro von Prof. Adolf Krischanitz in Wien gründete er 2001 in Zürich sein eigenes Architekturbüro. Zum Projektteam gehören der Architekt Michael Flury aus Solothurn und die Firma Ghisleni Planen Bauen GmbH aus Rapperswil. Im Planungsteam vertreten sind auch die Firmen Amstein + Walthert AG aus St. Gallen für Nachhaltigkeit und Gebäudetechnik und Walt + Galmarini AG aus Zürich für die Statik.
Wenn alles plangemäss läuft, soll der Neubau 2012 bezogen werden. Für die Umsetzung muss allerdings der private Gestaltungsplan aus dem Jahr 1990 geändert werden. Ein Abbruch der drei bestehenden Gebäude ist auf Herbst 2009 geplant. Parallel dazu wird das Siegerteam sein Projekt weiterbearbeiten, den repräsentativen Charakter der Fassade verstärken und den öffentlichen Charakter des Gebäudes verbessern.
Das Siegerprojekt und alle anderen eingegangenen Projektvorschläge können in einer Ausstellung in der Haupthalle der ETH Zürich besichtigt werden, die von der Abteilung Bauten zusammen mit dem Institut gta realisiert worden ist.

Hinweis

Ausstellung „Neubau Oberer Leonhard – Resultate des Projektwettbewerbs“
27.2.–12.3.2008; ETH Zürich, Zentrum, Haupthalle, Rämistrasse 101, Zürich

Öffnungszeiten

Montag-Freitag 8.00–21.00; Samstag 8.00–16.00; Sonn- und Feiertage geschlossen

Eröffnung

Dienstag, 26.2.2008, 18.00 Uhr
Begrüssung durch Markus Meier Joos, Direktor Infrastrukturbereich Immobilien der ETH Zürich; Kurzreferate von Regula Iseli, Architektin, Amt für Städtebau der Stadt Zürich, Jurymitglied und Fawad Kazi, Architekt, Gewinner des Projektwettbewerbs

 
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