ETH Forscher auf Schulbesuch
Die Kantonsschule Limmattal organisierte zusammen mit der Schweizerischen Akademie der Technischen Wissenschaften (SATW) den ersten TechDay in der Schweiz. Die ETH Zürich war mit mehreren Referenten vertreten.
Wenn an der Schule angeregt über Technik diskutiert wird und Schülerinnen und Schüler in der Eingangshalle fasziniert mit unbekannten chemischen Substanzen, Mikroskopen und Computern hantieren, dann ist der TechDay in vollem Gange. Die Veranstaltung wurde Ende Oktober an der Kantonsschule Limmattal durchgeführt. Mittelschülerinnen und Mittelschüler waren einen Tag lang dazu eingeladen, die Faszination Technik zu erleben. Dozenten der ETH Zürich, anderen Forschungsinstitutionen und der Wirtschaft boten den jungen Zuhörern die Gelegenheit, Einblick in den technisch-wissenschaftlichen Bereich der Pharmazie, Robotik, Physik Chemie und der Informationstechnologie zu erhalten. In Vorträgen und Experimenten fanden sie Antworten auf die unterschiedlichsten Fragen: Wie viel Lärm erträgt unser Gehör? Wie entdeckt man ein neues Arzneimittel? Wie sieht das Auto von morgen aus? Oder wie wird der Strom hergestellt? Das Interesse der Schüler war so gross, dass einzelne Veranstaltungen mehrfach durchgeführt werden mussten.
Nischendasein der naturwissenschaftlichen Fächer
Hinter dem TechDay steckt ein pragmatischer Grundgedanke. Die Naturwissenschaften fristen in den Mittelschulen neben den sprachlichen Fächern heutzutage nach wie vor ein Nischendasein, was nicht ohne Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt bleibt. Zudem leidet die Schweiz bereits seit einigen Jahren an einem akuten Ingenieurmangel, der dazu führt, dass verstärkt ausländische Fachkräfte angeworben werden müssen. Der TechDay verfolgt zwei Ziele: Einerseits möchte man die Mittelschülerinnen und Mittelschüler als angehende Studierende für die Technik begeistern und ihnen naturwissenschaftliche Phänomene anschaulich näher bringen Zum Anderen sollen diese Veranstaltungen den Anteil der Naturwissenschaftsstudierenden zu erhöhen und qualifizierte Arbeitskräfte für die Forschung und Praxis zu gewinnen.
TechDay als wertvolle Plattform für die ETH Zürich
Für die ETH Zürich ist eine solche Veranstaltung von Bedeutung, da sie eine wichtige Begegnungsstätte mit zukünftigen Studentinnen und Studenten darstellt. Laut Gregor Dürrenberger, Geschäftsführer der Forschungsstelle Mobilkommunikation an der ETH Zürich und Referent am TechDay, könne die ETH stark von einem solchen TechDay profitieren. Sie biete eine Plattform, um den Nutzen der Forschung aktiv und klar zu kommunizieren: „Mit einem solchen Anlass präsentiert sich die ETH Zürich dem Nachwuchs und der Öffentlichkeit.“ Wie alltäglich Forschung sein kann zeigte der Vortrag „Handystrahlen“ Neben technischen Hintergrundinformationen zeigten die Forscher, welche gesundheitlichen Auswirkungen Handystrahlen mit sich bringen und wie die Strahlung reduziert werden kann
Erfolgreiches Pilotprojekt
Der TechDay kam bei allen Beteiligten an. „Die Lehrpersonen waren alle begeistert“, sagt Rektor Max Ziegler. Auch die Schülerinnen und Schüler freuten sich über die Abwechslung im Schulalltag. „Dieser Tag gibt mir die Möglichkeit, mich für einmal ausschliesslich mit der Technik zu beschäftigen. Da ich das sprachliche Profil besuche, kommt das sonst etwas zu kurz“, fasst ein Schüler seine Erfahrungen zusammen. Auch aus Sicht der ETH Zürich verspricht ein solcher Anlass positiven Ausstrahleffekt. Gregor Dürrenberger von der Forschungsstelle Mobilkommunikation: „Ein solcher TechDay ist ein wichtiges Puzzlesteinchen, bei dem man auch etwas bewirken kann. Die ETH kann sich den Schülerinnen und Schülern präsentieren und gleichzeitig den gesellschaftlichen Dialog mit der Öffentlichkeit verstärken“.
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